Die Schönheit unserer Sprache in Versen
Tag der deutschen Sprache
Entschleunigung?, ich bin verstört.
Das betrifft doch nur die Männerwelt.
Ein Wort, das man zwar ständig hört,
doch mir, als Frau, gar nicht gefällt.
Ich arbeite von früh bis spät,
muss Kochen, Waschen, Putzen.
Habe für uns Schutzmasken genäht,
in der Hoffnung, dass wir sie nutzen.
Hans findet Masken gar nicht schön,
so geht es ja den meisten.
Er weigert sich, damit raus zu gehen.
Eitelkeit kann ich mir nicht leisten.
Irgendwer muss den Kühlschrank füllen,
das passiert nicht von allein.
Immer ich, denk´ ich im Stillen,
- das kann doch wohl nicht sein.
Ein neuer Tag nimmt seinen Lauf,
um acht Uhr heißt es Pflanzen gießen.
Mein Angebeteter schaut zur Tür heraus:
„Die werden auch von alleine sprießen!
Wir sollten erst mal Kaffee trinken.
vielleicht kannst du mal unterbrechen.“
Ich möchte im Erdboden versinken,
irgendwann werde ich mich rächen.
Warnend hebe ich die Hand,
das bleibt ihm nicht verborgen.
Hans sieht das alles ganz entspannt,
er lacht und macht sich keine Sorgen.
„Entschleunigung" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 28. April 2020 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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2 Kommentare
ein ganz wahres Gedicht. Die Männer sind ziemliche Schlaumeier, wenns um die Arbeitsverteilung geht. Sie suchen sich meistens das aus, was ihnen Spaß macht. Meiner geht wenigstens einkaufen und hilft im Haushalt, wenn er dazu Lust hat. Sonst geht er seinem Hobby nach, er kümmert sich um seine Bienen.
Dir einen schönen Tag und bleib gesund! Liebe Grüße Hanni