Manchmal sehe ich sie weinen,
meistens, wenn sich der Abend neigt.
Von Weitem möchte man dann meinen,
dass sich die Einsamkeit dann zeigt.
Ihre Blicke schweifen in die Ferne,
das weiße Haar schimmert im Licht.
Vielleicht zählt sie ja gerad´ die Sterne?
Heute Nacht ist wieder klare Sicht.
Die Dame kenne ich nur vom Sehen,
doch sie erscheint mir sehr vertraut.
Wenn wir Zwei am Fenster stehen,
haben wir uns oft angeschaut.
Sehr oft winke ich zu ihr rüber,
dann huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.
Ich mag die Dame von gegenüber,
sie wirkt so zerbrechlich, im schwachen Licht.
„Die alte Dame von gegenüber" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 20. Oktober 2018 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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