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Gedichte zur Fußball-WM 2026
USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026
Brunhilde ist zweiundachtzig
gebrechlich und dement.
Manchmal kann es sein,
dass sie mich nicht erkennt.
Ich drücke auf den Klingelknopf
und muss sehr lange Warten.
Sie wohnt allein in ihrem Haus.
Mein Blick fällt in den Garten.
Die Büsche sind geschnitten,
die Beete sehr gepflegt.
Jetzt höre ich ganz deutlich,
dass sich drinnen etwas regt.
Sie schaut mich verwundert an,
ich kann ihre Blicke lesen.
"Ich bin pünktlich", sage ich,
"wir sind verabredet gewesen."
Heute sieht sie gut aus,
ihr Blick ist wach und klar.
Scheinbar habe ich sie geweckt,
sie richtet rasch ihr Haar.
Nun schiebt sie den Rollator
schwerfällig vor sich her.
"Schön, dass du gekommen bist,
ich wusste es nicht mehr."
"Wir haben gestern telefoniert
und den Termin gemacht."
"Das wird sicher auch so sein,
hab´ nicht mehr dran gedacht."
"Komm erst mal in die Stube
und leg die Jacke ab,
dann spielen wir in Ruhe,
eine Runde Rommee-Cup."
Ich räume ihren Tisch ab,
weil sie es nicht mehr kann.
Ihr Ehrgeiz ist bereits geweckt,
- das sehe ich ihr an.
Nach drei Stunden Rommee-Cup,
ging mir die Puste aus.
Brunhilde war noch munter.
"Musst du schon nach Haus?"
Bild:GNW
© Gudrun Nagel-Wiemer
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2 Kommentare
LG
Ewald
Wenn der Kopf nicht mehr mitmacht wird es schwierig, man muss viel Geduld und Verständnis aufbringen.
Ob sich wohl auch mal jemand um uns kümmert, wenn wir einsam und allein sind in unseren vier Wänden?
Danke für das Lob, Gudrun