Hundert Jahr ist die Lebenszeit,
wir hätten sie so gerne voll;
doch schaffen wir es nicht so weit;
dann sind neunzig Mindestsoll.
Sehr teuer kommt uns jedes Jahr,
doch wir bezahlen gern den Preis,
ruhig wartend, Gedanken-klar,
das ist jedoch, für nichts Beweis.
Tag für Tag, stets derselbe Kampf,
es geht um nackte Existenz,
Tabletten, Sport und Saunadampf,
hinzu kommt Speiseabstinenz.
Ganz tapfer gehen wir den Weg,
bis hin zum ersten Herzinfarkt
und selbst der ärztliche Beleg,
auf Krebsgeschwür hält uns noch stark.
Letztendlich schlägt uns die Demenz,
die, wie inzwischen jeder weiß,
uns Alte trifft mit Vehemenz,
und sie allein - diktiert den Preis.
© Horst Rehmann
„Die Lebenszeit" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Rehmann, veröffentlicht am 18. April 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Rehmann
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