Sie greift zu ihrem Tagebuch
und lässt den Tag revuepassieren.
Noch immer kann sie seine Worte
in ihrer zarten Seele spüren.
Ein paar Tränen laufen sacht,
die zarten Wangenknochen runter.
Sie blinzelt in das fahle Licht,
- draußen geht die Sonne unter.
Nachdenklich schüttelt sie den Kopf,
nimmt einen Stift und überlegt.
Jetzt füllt sich wieder eine Seite,
mit dem, was gerade ihr Herz bewegt.
Danach fühlt sie sich befreit.
Auf weißen Seiten, ruhen die Sorgen.
Vor ihr liegt eine ruhige Nacht,
alles andere hat Zeit bis Morgen.
Das gute alte Tagebuch,
erzählt von Liebe, Leid und Glück.
Es enthält ihr halbes Leben.
Manchmal blättert sie zurück.
„Das alte Tagebuch" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 8. Oktober 2025 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.
Jetzt kostenlos veröffentlichen →Bitte melde dich an um zu kommentieren.
Anmelden
3 Kommentare
G.
Entsorge deine Bücher noch nicht, sie holen Erinnerungen zurück. Wir Geschwister haben im Nachlass unserer Tante das Tagebuch unseres Vaters von der Flucht aus den Kriegsgefangenschaft gefunden. Hätte er es nicht geschrieben, hätten wir niemals erfahren, was er erlebt hat. Darüber gibt es auch ein Gedicht von mir. "Vaters altes Tagebuch".
Danke für deinen Kommtar, wie immer wunderbar... Gruß, Gudrun