In engen Straßen wohnt das Schweigen leise,
zieht wie ein Schleier durch die dunklen Hallen.
Die Stumme wandert auf verborgner Reise,
wo ihre Schritte lautlos niederfallen.
Sie ist das Licht, das nachts die Fenster weckt,
ein Ton, der sacht durch jede Ritze dringt.
Doch wenn der Tag sie in die Kälte streckt,
verstummt das Lied, das niemand für sie singt.
Sie ist die Rose, die im Schatten steht,
ihr Stängel ruht im kalten Staub der Zeit.
Ein Duft, der still durch dunkle Nächte weht,
während ihr Herz sich selbst im Gram entweiht.
Sie ist ein Lied, das keiner je vollendet,
ein Vers, der sich im bleichen Nebel bricht.
Ein Buch, das offen liegt, doch niemand wendet,
weil niemand ihre stille Wahrheit spricht.
Und hinter allem glimmt ein Funke Leben,
der von den Wunden spricht, die niemand heilt.
Ein leises Lied, dem Schatten Worte geben,
das nur im Dunkel dieser Stunde weilt.
© Max Vödisch
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2 Kommentare
du gibst der Stille Raum und ein Gehör für leise Töne.
Wunderschön in Worte verfasst!
Liebe Grüße
Ingrid