Wenn Verse golden fallen

14. September 2026

Entflohen

ENTFLOHEN

Ich habe dich verloren…
Oh mein Herz du bist mir entflohen…

Noch manchmal glaub ich dich zu hören,
wenn spät der Wind ans Fenster streicht…
als könnte nichts die Stille stören,
bis deine Stimme mich erreicht.

Dann wende ich mich fast noch um…
als stündest du ganz nah bei mir…
doch hinter mir bleibt alles stumm,
und vor mir fehlt der Weg zu dir.

Wie seltsam, dass ein Mensch kann gehen
und dennoch überall noch sein…
in Dingen, die nur wir verstehen,
in einem Wort… in einem Schein.

Hätt ich gewusst, wie leis das Gehen
sich eines Tages in uns schlich…
ich hätte länger hingesehen
und dich gehalten… dicht an mich.

Vielleicht vermocht ich dich nicht halten,
wenn dich dein Weg zur Ferne trieb…
doch mögen selbst die Jahre walten,
in mir bewahrt sich, was uns blieb.

Wenn spät der Mond am Fenster wacht
und alles Laute schweigen muss,
kehrt deine Nähe durch die Nacht
wie ein verlorner letzter Kuss.

Ich frage nicht, wohin wir gingen,
noch warum Nähe Ferne ward…
denn was zwei Herzen einst umfingen,
bewahrt die Zeit auf eigne Art.

Und manchmal frag ich still die Nacht,
ob dein Gedanke meiner denkt…
ob etwas tief in dir erwacht,
wenn sich dein Blick ins Gestern senkt.

Ob du noch weißt, wie wir gewesen,
eh uns die Ferne schweigend schied…
ob du in alten Worten lesen
noch findest, was von uns verblieb.

Ich habe dich verloren…
doch verloren heißt nicht fort.
Was tief im Herzen ward geboren,
bewahrt darin noch seinen Ort.

Vielleicht wird manches neu geboren,
vielleicht lernt auch mein Herz zu lieben…
doch etwas ging mit dir verloren…

und ist bei dir zurückgeblieben.

Klara

„Entflohen " ist ein Gedicht aus der Kategorie Sehnsucht nach Liebe von Klara, veröffentlicht am 14. September 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Klara

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Klara

Deutschland

Nicht alles, was die Seele bewegt, findet im gesprochenen Wort seine Heimat…

Manches verweilt im Verborgenen, wo Erinnerungen schweigen und die Sehnsucht keinen Namen trägt.

Dort, wo das Sichtba…

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2 Kommentare

Klara
Klara Autor Lyriker
09.10.2026
Lieber Gerd,

deine Worte passen sehr zu dem Gefühl, aus dem „Entflohen“ entstanden ist. Nicht alles, was verloren geht, lässt sich zurückholen… manches bleibt nur noch in Erinnerung, Sehnsucht und Traum bei uns.

Umso schöner finde ich deinen Gedanken, dass gerade diese Erinnerungen irgendwann auch Halt geben und einen neuen Anfang ermöglichen können.

Danke, dass du mein Gedicht so einfühlsam gelesen hast.

Herzliche Grüße
Klara
Gerd16
Gerd16 Dichter
09.10.2026
Liebe Klara!
Selten gehst du über ein geschlossenes Schneefeld, von dem du das Gefallene rasch wieder aufheben kannst. Viel öfter führt der Weg entlang eisiger Klüfte mit tiefen Spalten.
Was du dort verlierst, das ist unwiederbringlich verloren. Nur die Träume, Wünsche und Erinnerungen bleiben.
Sie geben dir Halt und Kraft für einen Neubeginn.
Ganz herzliche Grüße
Gerd
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