8. April 2010

Das alte Revier

An einem Ort zwischen Kohlen und Staub,
da liegt das Revier und vor Lärm ganz taub.
Im Herzen von Deutschland, doch ziemlich im Westen,
da schmeckt „dat Pilsken“ dat kannste testen.

Wo der Kumpel die Kohle frisst,
nach der Maloche im Garten noch ist,
wo Dortmund und Schalke sich Schlachten schlagen,
und Menschen sich über die „Stütze“ beklagen.

Wo trotz freier Sicht die Lunge noch staubt,
der Bierbauch dem Hemde die Knöpfe raubt,
wo es in Kneipen noch Erdnüsse gibt,
und der Hauer den Steiger noch liebt.

Wo die Taube den Brief bringt, dem Vater sehr gerne,
von Bochum nach Essen, von Bottrop nach Herne,
wo´s Pommes Rot-Weiß und Currywurst gibt,
wo der Rentner die Kugel ruhig schiebt.

Wo die Kohle füllt fleißig den Pott,
die Zechen bald sterben und werden zu Schrott,
wo Arbeit gefragt war, und nicht nur das Bier,
da war uns´re Heimat, das alte Revier.

© Norbert van Tiggelen

(c) Norbert van Tiggelen

„Das alte Revier" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gast, veröffentlicht am 8. April 2010 auf Gedichtesammlung.net.

© Gast

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