Wenn ich in den Schrank schaue,
wird mir immer angst und bange.
Unter all´ den guten Stücken,
biegt sich die Kleiderstange.
Was mache ich mit den Sachen,
den unglaublichen Mengen,
die nun schon Jahrzehnte,
im Kleiderschrank rumhängen?
Was früher noch modern war,
ist heute nicht mehr der Hit.
Es ändert sich ja Jahr für Jahr,
die Mode und der Schnitt.
Viele Sommerkleider sind zu kurz,
so manche Hose passt nicht mehr.
Ich glaube, ich muss aussortieren.
Das fällt mir wirklich schwer.
Das hübsche Kleid aus Pöseldorf
aus längst vergangene Tagen,
war ein besonderes Einzelstück.
Ich habe es kaum getragen...
Das schwarze, mit der Stickerei,
damals gekauft, am Gardasee.
Da werden Erinnerungen wach.
Die Entscheidung tut schon weh.
"Schatz ich habe aussortiert,
der Stapel ist für den guten Zweck!"
"Das verstehe ich jetzt nicht,
werf´doch die alten Sachen weg."
"Es gibt so viele arme Menschen,
die nichts zu essen haben.
Die freuen sich doch sicher,
über all´ die schönen Gaben."
"Deine Absicht ist sehr lobenswert,
das kann man auch so machen,
doch wenn jemand Hunger leidet,
passt er nicht in deine Sachen."
„Blick in den Kleiderschrank" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 18. September 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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4 Kommentare
Mit Schmunzeln gelesen!
Liebe Grüße, Uschi
Gekauft. Mein Kollege Oberinspektor K hatte auch einen ähnlichen.
Als wir die Truppenküchen inspiziert haben, sagte die Mitarbeiter dort,
die sahen wie zwei von der Gestapo. Den Mantel habe ich entsorgt.
LG
Ewald
Mancher träg Anzüge, als wären sie aus dem Sperrmüll.
LG
Ewald