Ein Freund stellte mir gestern die Frage:
„Kennst du Bauer Bodes Kartoffeltage?“
„Ja, ja“, sprach ich und war ganz platt,
„doch kein Vergleich zu Grünkohl satt!“
„Wie bitte?“, fragte er mich empört,
„da hab´ ich noch gar nichts von gehört“.
„Ein Scheunenfest besonderer Klasse,
dass ich ungern nur verpasse.
Dort treffen sich zum Grünkohlmahl,
- so Hundertzwanzig an der Zahl.
Die Scheune ist mit Laub geschmückt,
gemütlich wird zusammengerückt,
während im Kessel der Grünkohl gart,
wird an Bieren nicht gespart.
Bei Kartoffelschnaps und gutem Essen,
kannst du den Alltag schnell vergessen.
Zum Schluss steht dann der Bauer vorn
und bläst entschlossen in sein Horn.
„Beute machen“, heißt das Signal,
- das Jagdhorn ertönt zum letzten Mal.
Er schreite durch die engen Reihen
und sammelt seine Beute ein.
Mein Freund, das ist ein Scheunenfest,
dass keine Wünsche offenlässt.“
Foto: Privat
„Grünkohltage" ist ein Gedicht aus der Kategorie Natur und Jahreszeiten von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 13. November 2024 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.
Jetzt kostenlos veröffentlichen →Bitte melde dich an um zu kommentieren.
Anmelden
Kommentare
Noch keine Kommentare — schreibe den ersten!