24. September 2026

Im Dämmergrau der verlorenen Welten

Wo Asphalt riecht nach altem Regen,
wankt Pegasus durch die Nacht,
sein glanzloses Fell auf trüben Wegen,
hat einst sein Stolz zu Gold gemacht.

Die Flügel schwer, vom Alter müde,
das Silber weicht dem kalten Grau,
verloschen ist die glänzende Blüte,
sein Schritt verhallt im Morgentau.

Daneben geht eine dunkle Gestalt,
vom Ruß der Jahre dicht umhüllt,
wo Phönix einst als Lichtblick galt,
ist seine Glut nur noch verhüllt.

Sein Kleid aus Ruß und grauer Asche,
ein letzter Rest vom alten Streben,
er greift vergebens in die Tasche,
um sich noch einmal zu erheben.

Der Ikarus am Rande steht,
die Hände wund vom alten Schmerz;
wenn sein Blick zum Himmel geht,
erbebt noch immer stumm sein Herz.

Er hebt die Schwingen voller Liebe,
will nur das Licht einmal berühren;
doch eh er hoch im Wind verbliebe,
muss er den Sturz aufs Neue spüren.

Sie teilen stumm die große Leere,
die Einsamkeit in kalter Nacht,
ein Streben nach der alten Ehre,
das ihnen nur noch Trauer macht.

Und doch im Fallen, Staub und Stein,
bleibt tief im Innern eine Spur:
Ein leises Flehen, nicht allein zu sein,
in ihrer Welt der rückwärts laufenden Uhr.

„Im Dämmergrau der verlorenen Welten" ist ein Gedicht aus der Kategorie Einsamkeit von Max Vödisch, veröffentlicht am 24. September 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Max Vödisch

Sammlung 3 Aufrufe
Max Vödisch Einsamkeit 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp
Anzeige

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

✍️
Schreibst du selbst Gedichte?

Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.

Jetzt kostenlos veröffentlichen →

Kommentare

Noch keine Kommentare — schreibe den ersten!

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Login
Gedicht des Tages

Täglich gut versorgt Ein Duft von frischen Backwaren, kommt aus der Bäckerei, ein Bäcker steht sehr zeitig auf, er schaf…

Gedicht lesen
Anzeige
Aktiv in · Einsamkeit
Meist gelesen · Einsamkeit