Weihnachtsgedichte



Heilig Abend 1960



Großmutter sitzt in ihrem Zimmer,
- in ihrem  allerschönsten Kleid.
Der Raum ist dunkel,- nur Kerzenschimmer.
Das Abendessen steht bereit.

Ihr weißes Haar ist hübsch frisiert.
Granatschmuck hat sie angelegt.
Sie hört mir zu, ganz interessiert.
Ich bin nervös und aufgeregt.

Ich habe ihr die Fußbank herangerückt,
mein Blick erfasst ihren Weihnachtsbaum.
Den hat sie morgens schon geschmückt.
Lichterglanz erwärmt den Raum.

Ihren alten Christbaumständer liebe ich sehr,
er dreht sich und spielt Weihnachtslieder.
„Vom Himmel hoch, da komm ich her“
danach folgt „ Alle Jahre wieder“.

Die Melodie geht mir zu Herzen.
Der Weihnachtsbaum ist wunderschön.
In den Kugeln spiegeln sich die Kerzen.
Ich kann den Glanz in ihren Augen sehn.

Ich schaue besonnen auf die Uhr.
Auf meiner Uhr ist es gleich sieben.
Da höre ich Mutter auf dem Flur:
„Kommt doch zum Essen, meine Lieben.“

„Oma, was wünscht du dir fürs neue Jahr?“,
frage ich sie und reich´ ihr meine Hand.
„Ach, mein Kind, das ist doch klar.
Ich wünsche mir Frieden im ganzen Land.

Ich habe zwei Kriege mitgemacht
und habe so viel Leid gesehen.
Wenn man einmal alles verloren hat,
kann man das sicherlich vestehen."

Wir sitzen in der großen Küche,
am Esstisch wird es langsam eng.
Hm, - was für herrliche Gerüche.
Es gibt mal wieder Ragout fin?

Die Stubentür ist noch nicht offen,
die Aufregung schon riesengroß.
Heintje trällert, - das lässt mich hoffen.
Wo bleibt Mutter mit dem Schlüssel bloß?

Dort kommt sie schon, mit schnellen Schritten.
„Kinder, der Weihnachtmann war da!“
Wir lassen uns nicht lange bitten,
mal sehen, ob er auch fleißig war.

Gelesen: 56   
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AUTOR:

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 350 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, über Urlaubserinnerungen und hoffe mit Denkanstößen aufrütteln zu können. Wenn ihr etwas tiefer in meine Welt eintauchen möchtet, besucht mich auf meiner Homepage.



Mit lieben Grüßen, Gudrun Nagel-Wiemer


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3 KOMMENTARE



20. Dezember 2019 @ 09:26

Da hast du recht Pally, ich frage mich auch oft, wo das noch hinführen soll. Dennoch haben wir in der Familie Kinder, die bewusst nicht mit Geschenken überhäuft werden und sich auf den Weihnachtsmann freuen. Bleib gesund und lesefreudig. Eine schöne Weihnachtszeit wünscht dir Gudrun


18. Dezember 2019 @ 20:24

wunderschön..danke fürs teilen mit uns LG


19. Dezember 2019 @ 20:54

Hallo Gudrun, den Inhalt Deines Gedichtes kann ich gut nachvollziehen. Im Gegensatz zu heute hatten wir damals noch eine gewisse Vorfreude und Erwartungshaltung. Die Aufregung steigerte sich dann noch an Heiligen Abend, weil alles irgendwie geheimnisvoll erschien. Und man freute sich noch über Kleinigkeiten. Heutzutage ist Weihnachten nur noch kommerziell.
Leider ist diese Weihnachtsromantik bei vielen Eltern verlorengegangen. Dir einen gemütlichen 4. Advent, pally



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