Jeden Tag in aller Frühe,
fahr` ins Büro ich eine Stunde,
geb` mir stets die größte Mühe,
nicht zu sein in aller Munde.
Mach meine Arbeit treu und brav,
schau` keine Menschen an,
bin ein gutmütiges Schaf,
keiner über mich dann schwatzen kann.
Wenn andere über Liebe reden,
senk` ich den Blick und schweige vor mich hin,
seh` dem Feierabend entgegen,
denn niemand weiß, wo ich geh` hin!
Steht der Mond dann hoch am Himmel,
und es schlafen alle Leut`,
stürze ich mich ins Getümmel,
und will mich der Liebe freuen.
Lacht durch`s Fenster schon die Sonne,
sittsam ich am Schreibtisch lese,
wie ein Lamm bin ich so fromm,
tue so, als wäre nie etwas gewesen.
„Stille Wasser" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von pally66, veröffentlicht am 26. Mai 2021 auf Gedichtesammlung.net.
© pally66
Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.
Jetzt kostenlos veröffentlichen →Bitte melde dich an um zu kommentieren.
Anmelden
4 Kommentare
Grete
ja, ja, stille Wasser sind tief! Das hast Du in Deinem Gedicht sehr gut rübergebracht.
Dir einen wunderschönen Feierabend! Liebe Grüße Hanni