16. Mai 2026

Platzwechsel

Platzwechsel

sie saß ganz oben

am festen Platz

ohne nach unten

zu blicken

spürte sie

die Notwendigkeit

einen Stuhl zu holen

sich dazuzusetzen

zuzuhören

sie sicherte sich

einen Stammplatz

verstand

die Bedürfnisse

die man

von oben herab

nicht wahrnehmen konnte

*

manchmal

spürt sie noch

die Blicke

von dort

die sie frösteln lassen

aus Wut

aus Scham

blind gewesen zu sein

im goldenen Käfig

*

Worte und Foto © Ingrid Bezold

„Platzwechsel" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gast, veröffentlicht am 16. Mai 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Gast

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Gast Sonstige Gedichte 7 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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Gast

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7 Kommentare

pally66
pally66 Poet Laureat
19.05.2026
Menschen, die quasi mit dem "goldenen Löffel in der Hand" geboren wurden, kennen vielfach gar nicht die Bedürfnisse und Belange der "unteren Schichten", liebe Ingrid. Und gerade das "Daruntermischen" ergibt für sie ganz neue Blickwinkel und ungeahnte Perspektiven, das u.U. zum Umdenken führen kann. Schicke lG in Deinen Abend, Helga
Uschi R.
Uschi R. Meisterdichter
17.05.2026
Liebe Ingrid,

ich denke es geht vielen Menschen so, dass es aus unterschiedlicher Betrachtungsweise manche Dinge einfach in anderem Licht sehen kann. Wer gleichgültig oder gar engstirnig durchs Leben geht, dem erschließen sich solche Gedanken möglicherweise erst gar nicht. Vielleicht braucht man aber auch eine gewisse Erfahrung an Leben, an Alter, an Weisheit die Selbiges mit sich bringen mag...

Verpflichtungen sind meines Erachtens auch dazu da, um ihnen ab und an ein kleinwenig zu widerstehen.

Manchmal ärgert man sich rückwirkend über manch Unverstand der einem widerfahren ist, oder den man selbst zu spät im Leben bemerkt hat.

Liebe Grüße in deinen Abend.
Uschi
Gast
Antwort an Uschi R.
Gast Autor
17.05.2026
Liebe Uschi,
ich kenne nicht nur einen Fall, der genauso zutrifft, wie in meinem Gedicht beschrieben.
Du hast recht - ein gewisser Abstand und die Reife des Alters bewegen Menschen dazu, sich auch emotional einzubringen.
Danke für dein Mitgehen
und liebe Grüße in den Restsonntag
Ingrid
PS - die viele Werbung und die fehlenden Benachrichtigungen über Kommentare machen es uns schwer, am Laufenden zu bleiben. Leider.
G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
17.05.2026
Liebe Ingrid, das Gedicht gefällt mir sehr gut. Diesen "PLATZWECHSEL" müßte man öffters vollziehn. Darüber werde ich heute noch reflektieren. Danke
Gritt
Gast
Antwort an G . . . .
Gast Autor
17.05.2026
...und das hat auch alles mit Zeit und älter werden zu tun ( um auf dein Gedicht zurück zu kommen).
Danke für deine Zustimmung.
Ingrid
Gast
Gast Autor
17.05.2026
Liebe Gudrun,
hier geht es um eine Frau, die ein Leben mit gesellschaftlichen Verpflichtungen führt und plötzlich spürt, dass die Welt ganz anders aussieht.
Mit dem Stuhl setzt sie sich zwischen die Menschen. Hört zu und agiert.
Es ist eine Fiktion, nicht leicht zu lesen,aber ein Grund, nachzudenken.
LG Ingrid
Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
17.05.2026
Guten Morgen, liebe Ingrid, deine Zeilen haben mich gerade etwas überfordert. Geht es um 2 Frauen aus unterschiedlichen Schichten? Bin wohl noch nicht ganz wach... LG Gudrun

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