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Gedichte zur Fußball-WM 2026
USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026
sie saß ganz oben
am festen Platz
ohne nach unten
zu blicken
spürte sie
die Notwendigkeit
einen Stuhl zu holen
sich dazuzusetzen
zuzuhören
sie sicherte sich
einen Stammplatz
verstand
die Bedürfnisse
die man
von oben herab
nicht wahrnehmen konnte
*
manchmal
spürt sie noch
die Blicke
von dort
die sie frösteln lassen
aus Wut
aus Scham
blind gewesen zu sein
im goldenen Käfig
*
Worte und Foto © Ingrid Bezold
© Ingrid Bezold
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7 Kommentare
ich denke es geht vielen Menschen so, dass es aus unterschiedlicher Betrachtungsweise manche Dinge einfach in anderem Licht sehen kann. Wer gleichgültig oder gar engstirnig durchs Leben geht, dem erschließen sich solche Gedanken möglicherweise erst gar nicht. Vielleicht braucht man aber auch eine gewisse Erfahrung an Leben, an Alter, an Weisheit die Selbiges mit sich bringen mag...
Verpflichtungen sind meines Erachtens auch dazu da, um ihnen ab und an ein kleinwenig zu widerstehen.
Manchmal ärgert man sich rückwirkend über manch Unverstand der einem widerfahren ist, oder den man selbst zu spät im Leben bemerkt hat.
Liebe Grüße in deinen Abend.
Uschi
ich kenne nicht nur einen Fall, der genauso zutrifft, wie in meinem Gedicht beschrieben.
Du hast recht - ein gewisser Abstand und die Reife des Alters bewegen Menschen dazu, sich auch emotional einzubringen.
Danke für dein Mitgehen
und liebe Grüße in den Restsonntag
Ingrid
PS - die viele Werbung und die fehlenden Benachrichtigungen über Kommentare machen es uns schwer, am Laufenden zu bleiben. Leider.
Gritt
Danke für deine Zustimmung.
Ingrid
hier geht es um eine Frau, die ein Leben mit gesellschaftlichen Verpflichtungen führt und plötzlich spürt, dass die Welt ganz anders aussieht.
Mit dem Stuhl setzt sie sich zwischen die Menschen. Hört zu und agiert.
Es ist eine Fiktion, nicht leicht zu lesen,aber ein Grund, nachzudenken.
LG Ingrid