22. April 2026

Omas Schürze

Oma liebte ihre Schürzen,

kariert und grün und blau,

ohne sie begann kein Morgen,

sonst erschien ihr alles grau.

 

Mal gebunden, mal geknöpft,

war sie wie die zweite Haut,

in ihr lebte still die Frau,

die sich sonst kaum je vertraut.

 

Harte Arbeit, lange Stunden

ließen Spuren gut erseh`n,

selbst die bunten Stoffe konnten

diesen Eindruck nicht verweh`n.

 

In den Taschen ruhten Schätze,

Bonbons, Schlüssel, etwas Geld,

war das Kochgeschirr zu heiß,

half die Schürze schnell der Welt.

 

Wenn die Sommersonne brannte,

wischte sie sich still den Schweiß,

nach der Arbeit ohne Klage,

ruhig, stark – und immer leis.

 

Zerbrach für mich einmal die Welt,

war sie Nähe, Schutz und Raum,

unter Omas Schürze wurde

Sorge still – fast wie ein Traum.

 

Dort war Wärme, dort war Frieden,

alles schien so leicht und klar,

und für einen Augenblick nur

wurde gut, was schwierig war.

 

Omas Schürze bleibt mir wichtig,

mehr als Stoff aus dieser Zeit,

denn sie trug mich durch das Leben -

still und voller Zärtlichkeit.

 

 

© pally66

41 Aufrufe
pally66 Sonstige Gedichte 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp
pally66

Schreiben ist schon lange eine Leidenschaft von mir. Inspiriert werde ich vor allem durch die Dinge des täglichen Lebens. Ich lese gern, vor allem dicke Romane, die im Mittelalter spielen. Im Fernsehe…

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

Kommentare

Noch keine Kommentare — schreibe den ersten!

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Login
Meist gelesen · Sonstige Gedichte
Gedicht des Tages

  Ich laufe durchmenschenleere Strassen,jeder Schritt von mir,schwer wie Blei,er führt mich immer weiter fort…

Gedicht lesen
Neue Autoren
Neue Abzeichen
Aktiv in · Sonstige Gedichte
Kurze Umfrage

Hilf uns Gedichtesammlung.net weiterzuentwickeln — wir freuen uns über deine Meinung!

Zur Umfrage
Beliebt diesen Monat
Neue Autoren
Zufallsgedichte
Schlagworte