Wenn Verse golden fallen

15. Januar 2010

Ich, die Erde

Als Erde mach ich mir Gedanken,
frag mich, wie soll es weitergeh´n,
soll ich mich mit der Menschheit zanken,
oder gehorsam mich nur dreh´n.

Mit Füssen werde ich getreten,
meine Hülle wird verpestet,
wo einst noch frische Lüfte wehten,
wird heut Atomkraft ausgetestet.

Aus meinen Meeren, Flüssen, Seen,
werden mehr und mehr Kloaken,
aus Wäldern werden Mausoleen,
und aus Gletschern Wasserlaken.

Mensch, ich bin nicht irgendeine Welt,
ich bin der Lebensraum für dich,
was nützt dir Raubbau und viel Geld,
wenn ich dir ausknipse, das Licht.

Nimm mich mit deinen Sinnen wahr,
genau so wie ein kleines Kind,
dann bin ich auch ein Exemplar,
das zu dir steht, mit Rückenwind.

(c) Horst Rehmann

„Ich, die Erde" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gast, veröffentlicht am 15. Januar 2010 auf Gedichtesammlung.net.

© Gast

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