Wenn Verse golden fallen
AN DEN, DER BLIEBE
Nicht einen Ritter heischt mein Herz, der stolz auf weißem Rosse naht.
Im Stalle mag das Tier verweilen; des Hafers Sorge ward mir nie zur Lust.
Nicht Fanfaren sollen ihn verkünden, nicht Schwüre bei Mond und Stern.
Ein Mensch wäre mir genug, der leise an meine Schwelle träte, fragte: Wie ist dir heut? und meiner Antwort harrte.
Und läge auch die Ferne
wie ein finstres Tuch auf unsern Wegen, so wöge ein einzig Wort wohl schwerer als hundert Eide:
Ich bin noch da.
Seit Langem lasse ich zwei Tassen reichen.
Die zweite erkaltet schweigend und erweist sich hierin von größerer Beständigkeit als manches Menschenherz.
Doch einmal möge einer kommen, der länger bei mir weilt als jener flüchtige Dampf.
Denn selbst der Widerhall, dem weder Herz noch Blut gegeben ward, kehrt treulich von den Felsen wieder.
Sollte ein Menschenherz an Treue hinter einem Steine zurückstehen?
„AN DEN, DER BLIEBE" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sehnsucht nach Liebe von Klara, veröffentlicht am 9. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Klara
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