Zwischen Licht und Dunkel
Sie sitzt still an ihrem Bett
und streichelt ihre Hand.
Es dauert nicht mehr lange,
sagt ihr der Verstand.
Ihre Hündin sitzt neben ihr,
so still, man hört sie kaum.
Jetzt erhebt sie sich Ria
und verlässt den Raum.
Sie schaut auf ihre Mutter,
sie atmet noch ganz flach.
Lieber Gott, hole sie zu dir,
denkt sie im Schlafgemach.
Sie hatte ein schönes Leben,
wurde neunzig Jahre alt...
Jetzt hört sie auf zu atmen,
ihre schmale Hand wird kalt.
Die Hündin kommt herein,
und beschnuppert ihre Hand.
Still nehmen beide Abschied.
Sie haben den Tod geahnt...
„Abschied von Mutter" ist ein Gedicht aus der Kategorie Abschied von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 29. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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