Wenn Verse golden fallen

8. Oktober 2026

Zwischen Asphalt und Ackerland

Zuhause ruft die Sehnsucht leis,
nach Städten voller Glanz und Kreis.
Wo Wien in Kontrasten flimmert hell
und Berlin pulst – so laut, so schnell.

Ich liebe Frankfurts dunklen Klang,
Amsterdams verwegenen Drang.
Rotterdams Hafen, rau und weit,
trägt meine Träume durch die Zeit.

Flohmärkte, Gassen, Menschenflut –
sie wecken in mir wildes Blut.
Doch wenn ich geh, dann nur auf Zeit,
denn meine Seele bleibt bereit.

Chinesenviertel, Kaiserbahn,
Prater, Bahnhof Zoo – ich war daran.
Ich lebte dort in kurzen Zügen,
doch ließ mich nie dort betrügen.

Ich bin froh, dass die Stadt nicht bindet,
dass man dort auch das Tiefe findet.
Froh, dass mein Fernweh leise schweigt
und meine Heimat Wurzeln zeigt.

„Zwischen Asphalt und Ackerland" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Max Vödisch, veröffentlicht am 8. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Max Vödisch

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4 Kommentare

pally66
pally66 Poet Laureat
vor 8 Std.
Manche Leute empfinden Heimat dort, wo sie sich gerade aufhalten, lieber Max, ich kann das leider nicht bestätigen. Ich verbinde diesen Begriff mit dem Ort, an dem ich geboren bin, die ersten Schritte getan habe; dort, wo ich jeden kleinsten Stein kenne, sind auch meine Wurzeln und meine Gedanken, egal, auf welchem Fleckchen Erde ich mich gerade befinde. Schicke lG in Deinen Abend, Helga
Max Vödisch
Antwort an pally66
Max Vödisch Autor
vor 6 Std.
Liebe Helga,

ich sehe das ganz ähnlich wie du. Auch heute noch zieht es mich immer wieder in die großen Städte, mit ihrem Trubel, ihren Geschichten und den vielen Eindrücken. Doch nach einiger Zeit spüre ich stets die Sehnsucht nach der ländlichen Ruhe und kehre gerne dorthin zurück, wo meine Wurzeln sind. Vielleicht brauche ich beides: das Fernweh für den Aufbruch und die Heimat für das Ankommen.

Liebe Grüße in deinen Abend
Max ?
Klara
Klara Dichter
vor 16 Std.
Lieber Max,

dieses Gedicht hat mich auf eine sehr persönliche Weise erreicht.

Fernweh und Heimat, Aufbruch und Verwurzelung… manchmal scheinen sie Gegensätze zu sein und gehören doch untrennbar zusammen. Besonders der Gedanke, dass man an vielen Orten leben, staunen und sich verlieren kann und dennoch etwas in einem sehr genau weiß, wo die eigenen Wurzeln liegen, hat mich berührt.

Vielleicht empfinde ich diese Zeilen auch deshalb so stark, weil „Heimat“ für mich selbst kein ganz einfaches Wort ist. Sie kann Ort, Erinnerung, Herkunft und Gefühl zugleich sein.

Besonders schön finde ich deshalb den Schluss: dass das Fernweh leiser werden darf, ohne dass die Sehnsucht nach der Ferne verschwinden muss… und die Heimat dennoch ihre Wurzeln zeigt.

Sehr gern gelesen.
Liebe Grüße
Klara
Max Vödisch
Antwort an Klara
Max Vödisch Autor
vor 12 Std.
Liebe Klara,

herzlichen Dank für deine schöne und reflektierte Rückmeldung!

Es ist ein schönes Gefühl zu lesen, wie sehr dich das Zusammenspiel aus Fernweh und Verwurzelung erreicht hat. Heimat ist tatsächlich weit mehr als nur ein Ort, und dass der Text diese Saite bei dir anrühren konnte, freut mich sehr.

Danke für deinen feinen Blick und deinen wertvollen Kommentar!

Liebe Grüße
Max

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