Wenn Verse golden fallen
Er träumt vom Ruhm, vom großen Sieg,
vom Donnern eines ewigen Kriegs.
Doch was er sieht, sind keine Menschen –
nur Zahlen, Opfer, Feldgrenzen.
Sein Blick ist frostig, ohne Gnad’,
kein Herz, das je Erbarmen hat.
Ob eigener Mann, ob Feindessoldat –
für ihn sind beide nur Schachfigur und Saat
Er zählt Verluste wie Gewinn,
kein Schmerz geht ihm durch den Sinn.
Er baut sich Thron und Ehre aus Blut,
sein Ruhm – nur Staub, kein Menschenmut.
So bleibt von ihm kein Lied, kein Glanz,
nur Stille, Leere, Totentanz.
Denn wer nur Kriege nährt mit Macht,
hat selbst das Leben umgebracht.
„Der Feldherr aus Stein" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Max Vödisch, veröffentlicht am 8. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Max Vödisch
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2 Kommentare
auch dieses Gedicht hat mich sehr berührt, diesmal auf eine ganz andere Weise.
Besonders stark empfinde ich das Bild eines Menschen, für den aus Menschen irgendwann nur noch Zahlen, Verluste, Grenzen und Schachfiguren werden. Genau dort zeigt sich für mich die Kälte von Macht: wenn das einzelne Leben hinter Ruhm, Sieg und Größe verschwindet.
Die Zeile „Er baut sich Thron und Ehre aus Blut“
bleibt dabei besonders hängen. Sie ist hart, aber sie trägt den Kern des Gedichts.
Und der Schluss ist ebenso deutlich wie beklemmend: Wer Macht nur durch Krieg nährt, zerstört am Ende nicht nur andere, sondern auch etwas Menschliches in sich selbst.
Ein sehr eindringlicher Text, der nach dem Lesen weiterarbeitet.
Liebe Grüße
Klara
danke für deinen schönen und treffenden Kommentar!
Es freut mich sehr, dass die Stimmung und der Kern des Gedichts – diese eisige Entmenschlichung der Macht – bei dir angekommen sind und nachwirken. Dass dir die Zeile mit dem Thron aus Blut im Gedächtnis geblieben ist, bedeutet mir viel.
Liebe Grüße
Max