Wenn Verse golden fallen

15. Oktober 2026

Goldener Mond

Wenn die Straße im Dunkel schweigend versinkt
und die Kälte durch Mantel und Glieder dringt,
steht am Rande der Nacht ein sanfter Schein,
lädt der Goldene Mond zur Einkehr ein.

Ich blickte hinauf in das schwärzeste Blau
und malte mir aus, wie er leuchtet genau.
Ein Mond, nicht aus Silber, nicht frostig und kalt,
ein goldener Tröster mit leuchtender Gestalt.
Er heilt die Gedanken, vertreibt jede Not,
schenkt Wärme und Hoffnung im Abendrot.
Ein leises Versprechen, das Hoffnung uns schenkt,
ein Licht, das den Blick auf das Morgen lenkt.

Refrain

Ach, gäb es am Himmel nur diesen einen Schein,
man müsste im Dunkeln nie wieder allein sein.
Ein goldener Mond, der die Kälte durchbricht
und freundlich und leise vom Leben spricht.

Ich ging durch die Gassen, den Kopf noch im Traum,
da fiel warmes Licht in den nächtlichen Raum.
Kein Wunder am Himmel, kein Sternengewand,
nur ein hölzernes Schild an der Häuserwand.
Da stand es geschrieben in goldenem Schein,
als wollte die Nacht selbst ein Wegweiser sein.
Was eben noch fern über Wolken mir schien,
lag plötzlich ganz nah – ich war mittendrin.

Gibt es ihn wirklich, hier mitten im Ort?
Ich öffnete die Tür und ließ die Sorgen fort.
Ein Lachen, ´ne Fiddle, ein Pint an der Bar,
der Goldene Mond war die ganze Zeit da.
Hier teilten die Menschen Geschichten und Bier
und fanden für Stunden ein Zuhause hier.
Da wusste ich plötzlich, was Heimat vermag:
Man findet sie manchmal an einem einzigen Tag.

Nicht droben im Himmel, fern und allein,
hier unten lädt er die Wandrer ein.
Wo draußen der Wind durch die Gassen wacht,
brennt drinnen ein Licht in der dunkelsten Nacht.
Der Goldene Mond, so hab ich´s verstanden,
ist dort, wo verlorene Wege landen.

„Goldener Mond" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Max Vödisch, veröffentlicht am 15. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Max Vödisch

Sammlung 4 Aufrufe
Max Vödisch Sonstige Gedichte 0 Kommentare ~2 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp Pinterest
Anzeige

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

✍️
Schreibst du selbst Gedichte?

Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.

Jetzt kostenlos veröffentlichen →

Kommentare

Noch keine Kommentare — schreibe den ersten!

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Anzeige
Login
Gedicht des Tages

Wir liebten uns auf Wolke Sieben, und träumten von Glückseligkeit, die Lust hat uns voran getrieben, lies uns vergessen …

Gedicht lesen
Anzeige
Meist gelesen · Sonstige Gedichte
Aktiv in · Sonstige Gedichte