22. Februar 2009
Die Zimmerlinde
Meine Frau namens Siglinde,
ist ´ne Gute, wie ich finde,
sie hegt Pflanzen und Gebinde,
auch eine grüne Zimmerlinde.
Diese Linde, sagt Siglinde,
benötigt eine mull´ne Binde,
am Stamm, meint sie gelinde,
geschont wird so die Rinde.
Auch die Blätter, spricht Siglinde,
gleichen einem Linksgewinde,
glätten muss man sie geschwinde,
stehen darf sie nicht im Winde.
Täglich frage ich Siglinde,
weshalb sie sich so mächtig schinde,
und was sie eigentlich empfinde,
bei diesem kranken Blattgesinde.
Wär doch schad, wenn sie erblinde,
und die Pflanzenpracht verschwinde,
im Gesicht ´ne Augenbinde,
wie Piratenbraut Gerlinde.
Hör doch endlich auf, Siglinde,
mach dich nicht zum Affenkinde,
wart´ lieber bis ich was erfinde,
für deine kranke Zimmerlinde.
(c) Horst Rehmann
„Die Zimmerlinde" ist ein Gedicht aus der Kategorie
Sonstige Gedichte
von Gast, veröffentlicht am 22. Februar 2009 auf Gedichtesammlung.net.
© Gast
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