17. August 2020

Die Geige

Sein Glück.
das suchte er woanders,
er trennte sich von Hab und Gut,
zog in die Welt mit frohem Mut,
doch was er nahm mit in die Weite,
war einzig und allein
die kleine Geige.

Als Kind hat sie ihn schon verzaubert,
als Jüngling dann mit blondgelocktem Haar,
hat sie ihn froh gestimmt;
nun ist sein Herz voll Schmerz
so sonderbar.

Sie erzählt ihm nun von lauen Maiennächten,
vom süßen Fliederduft,
von Liebe, Lust und manch Gemunkel,
vom Wein, der in den Gläsern funkelt.

Oft die Geige fröhlich sang,
so wehmutsvoll sie heute klang,
die Hand,
die einst sie zärtlich hat gestreichelt,
ist heute müde und erschlafft.

Gemeinsam teilten sie das Glück
und auch das Leid,
die Geige sang so schön,
hat manchmal auch geweint,
heut` ist der Geiger alt und denkt:
warum bin ich nur so allein!

Das Leben zog an ihm vorbei,
und niemand da,der um ihn weint,
was ihm geblieben
ist die Geige:
nun singt sie ganz für ihn allein.

„Die Geige" ist ein Gedicht aus der Kategorie Erinnerungen & Nostalgie von pally66, veröffentlicht am 17. August 2020 auf Gedichtesammlung.net.

© pally66

Sammlung 103 Aufrufe
Gefällt auch:
pally66 Erinnerungen & Nostalgie 1 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp
pally66

Schreiben ist schon lange eine Leidenschaft von mir. Inspiriert werde ich vor allem durch die Dinge des täglichen Lebens. Ich lese gern, vor allem dicke Romane, die im Mittelalter spielen. Im Fernsehe…

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

✍️
Schreibst du selbst Gedichte?

Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.

Jetzt kostenlos veröffentlichen →

1 Kommentar

Christian1
Christian1 Meisterdichter
17.08.2020
Sehr schön erzählt.
Christian

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Login
Gedicht des Tages

Auch wenn man`s gerne hätte,nicht jeder Tag ist gleich,da geh ich ein so manche Wette,werd` dabei nicht mal reich. Vom K…

Gedicht lesen
Aktiv in · Erinnerungen & Nostalgie