12. November 2025

Erwachsen werden

🎧 Dieses Gedicht anhören
Erwachsen werden

Es scheint mir etwas sonderbar,
die Zeit, sie ist hinfort getrieben.
Und wo ist bloß das Kind geblieben,
das ich grad eben fast noch war,

der niemals zwar von diesem Kind
verschieden war, das mich durchmessen,
doch nichts je weniger besessen,
als es, das wie ein Ton im Wind

nicht greifbar ist. Das einst so klar
gewesen und mir heut wie blind,
gleich Wasser in der Hand verrinnt,
wo ichs doch eben fast noch war.

...Wann hört man auf, ein Kind zu sein?
Ein Tor derjenige der es je tat,
glich es doch beinah wie Verrat.
Trotzdem im Kindsein bleibt allein,

auch weil im Rundumuns mal eben,
in all der Hetze Ungeduld man
überlegt manchmal zu spät sodann.
Zuviel an Bitterkeit musst oft erleben.

So bleib, ich bitte inständig darum,
behalte dir dein Stück an Kindlichkeit.
Vielleicht verrückt, doch sicher man verzeiht...
Weil alles andere wär schlichtweg dumm!

...Dem Kind im Herzen möchte ich
zu jeder Zeit in meinem Leben
und um das selbe bitt ich dich
mich mit genügend Raum hingeben

mit Wärme und Geborgenheit
solls nie in Bitternis verschwinden
viel lieber soll es mit der Zeit
zurück in seine Heimat finden...

©U.R.&D.S.
Text/Rezitation
Bild Netzfund
Music: Rion Riz

„Erwachsen werden" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sehnsucht von Uschi R., veröffentlicht am 12. November 2025 auf Gedichtesammlung.net.

© Uschi R.

Sammlung 222 Aufrufe
Gefällt auch:
Uschi R. Sehnsucht 4 Kommentare ~2 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp
Uschi R.

Heidenreichstein, Österreich

Denkende Dichterin und dichtende Denkerin, leidenschaftliche Gärtnerin und Fotografin, der Lyrik verbunden, der Prosa verfallen. Eigene Texte, jedoch auch Texte lieber Poetenfreunde einzusprechen, sow…

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

✍️
Schreibst du selbst Gedichte?

Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.

Jetzt kostenlos veröffentlichen →

4 Kommentare

Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
13.11.2025
Liebe Uschi, ich habe mir gerade dein Audiostream angehört. Du hast dein Gedicht so schön vorgetragen und mit der Hintergrundmusik hat es mein Herz berührt. Ich bewahre mir das Kindsein auch gern, es kommt auch gerade jetzt, kurz vor der Advenstzeit wieder zum Vorschein. Ich bastele mit den Kindern, weil ich selbst noch Spaß daran habe und freue mich mit den Kleinen über die gelungenen Werke. LG Gudrun
Uschi R.
Antwort an Gudrun Nagel-Wiemer
Uschi R. Autor
13.11.2025
Liebe Gudrun,

darum beineide ich dich sehr ... mein Traumberuf wäre Kindergärtnerin gewesen. Mit den Kleinen zu werken, zu spielen, singen, zu malen, ihnen vorzulesen - es wäre einfach wunderbar. Leider blieb dieser Wunsch unerfüllt. Ich glaube so richtig Weihnachten, die Adventszeit erlebt man wirklich nur mit Kindern. Die Vorfreude auf das Fest, natürlich auch auf die Geschenke, klar.

Wie schön, wenn ich berühren konnte, genau so war es erdacht, ich danke dir und freue mich sehr.
Liebe Grüße und schöne Adventszeit!
Uschi
G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
13.11.2025
... "werdet wie die Kinder sind". Sie und nur sie können ganz in der Gegenwart sein. Sich das Kind in sich bewahren können bis ins hohe Alter , glaube ich ist ein eschenk des Lebens. Manchmal gelingt es mir, das sind dann wunderschöne Augenblicke. Wenn mich niemand sieht , verschicke ich lieben Menschen Seifenblasen und glaube fest dran - sie kommen an, wenn mich niemand sieht schaukle ich albern und glaube fest dran - ich kann fliegen . Ich orakle bei Akazienblätter . Ein schönes Gedicht , danke , ein schönes Foto. Ich glaube das Träumen sollten wir nie vergessen.
G.
Uschi R.
Antwort an G . . . .
Uschi R. Autor
13.11.2025
... und hört man denn in sich hinein, genau so sollte es stets sein - ein bisschen Kindsein immer bleibt, selbst wenn der Wind die Zeit vertreibt, die Zeit die doch so schnell vergeht, bevor man es noch recht versteht. Den Drachen ganz hinauf zu bringen und Purzelbäume die gelingen - das Kindsein niemals aufzugeben, so macht es Sinn in deinem Leben....

Herzensdank liebe Grete für deinen schönen Kommentar. Wie traurig wäre es, wenn wir nur immer ernsthaft unterwegs wären, es käme uns doch das Lächeln abhanden...

Mit lieben Grüßen aus dem heute nebeligen Waldviertel zu dir!
Uschi

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Login
Gedicht des Tages

Was seh ich da im hohen Gras, ist das nicht der Osterhas ? Er spitzt den Löffel, sprich das Ohr, lugt auch übers Gras he…

Gedicht lesen
Aktiv in · Sehnsucht