Zwischen Licht und Dunkel

8. März 2026

Wohl dem, der lesen kann

Ein Pendler wartet auf die Bahn,
schaut sich den Fahrplan an.
Er ist noch immer ganz allein.
Fährt heute keine Bahn?

Wie soll er jetzt zur Arbeit kommen,
es ist bereits halb neun.
Im Büro gibt es heut´ viel zu tun,
sein Chef wird sich nicht freuen.

Vermutlich, wieder mal ein Streik,
doch er hat nichts gehört.
Beherzt hält er ein Taxi an,
das gerade vorüber fährt.

„Wohin geht’s denn, junger Mann“,
der Fahrer lächelt breit.
„Fahren sie mich ins Altstadtviertel,
mir bleibt nicht mehr viel Zeit.“

„Wird gerad´ gestreikt in der Region?
Es fährt heut´ keine Bahn…“
„Das steht seit Tagen in der Zeitung.
Wohl dem, der lesen kann.“

„Wohl dem, der lesen kann" ist ein Gedicht aus der Kategorie Sonstige Gedichte von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 8. März 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Gudrun Nagel-Wiemer

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Gudrun Nagel-Wiemer Sonstige Gedichte 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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Gudrun Nagel-Wiemer

Deutschland

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