Wenn Verse golden fallen
Paulchens Wintertag
Die ganze Nacht hat´s frisch geschneit,
jetzt wird´s zum Spielen draußen Zeit.
Im Dorf versammeln sich die Kinder,
endlich Ferien - endlich Winter.
Paul ruft über´n Gartenzaun:
Kommt lasst uns einen Schneemann bau´n,
der allen hier im Dorf gefällt
und hoffentlich sehr lange hält.
Draußen ist es bitterkalt,
drum trägt Paul ´ne warme Mütz´,
dass er sie von Oma hat,
erzählt er stolz dem Hans und Fritz.
Den ganzen Tag toben die Kinder,
es gab selten so viel Schnee im Winter.
Alle haben große Freude, nur für Paul
endet der Tag mit Tränen heute...
denn auf dem Heimweg - ach oh Schreck,
merkt er: oje, die Mütz´ ist weg.
Jetzt hilft kein Wimmern und kein Fluchen,
die Mutter schimpft, er muß sie suchen...
sonst gibt´s heut´ Abend ein Theater
und schlimmstenfalls auch noch mit Vater;
es war ja ausgerechnet die gestrickte
die Oma Merz ihm neulich schickte.
Gleich heute noch beginnt die Suche,
den Rückweg nimmt er nun in Kauf.
Schon bald kann Paulchen wieder fröhlich lachen,
die Mütze hat der Schneemann auf.
„Paulchens Wintertag" ist ein Gedicht aus der Kategorie Winter von Jens Gottschall, veröffentlicht am 6. November 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Jens Gottschall
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