Wo Verse und Tore fallen

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7. Dezember 2020

Schenken -. ein Pflichtprogramm?

Zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr gehen so viele Geschenke über den Ladentisch, wie zu Weihnachten.
Die Regale in den Geschäften sind gefüllt mit allem, was das Herz begehrt. Eigentlich dürfte es da nicht schwer fallen, das Passende zu finden. Trotzdem tun sich viele Leute schwer damit. Sie zermartern sich den Kopf mit der Frage:
- Was soll ich Wem schenken ? -

Gut beraten ist derjenige, der die Wünsche, Interessen und Hobbies des zu Beschenkenden schon im Vorfeld kennt. Andere gehen selbst auf die Suche. Klappern Geschäft für Geschäft ab, denn die Qual der Wahl ist oft schwierig.

Soll es etwas Großes, Aufwendiges sein, oder doch lieber etwas Kleines, Bescheidenes? Große Dinge könnten als zu protzig angesehen werden, kleine hingegen als zu mickerig. Und in welcher Preisklasse soll sich das Auszuwählende bewegen? Nicht jeder kann tief in den Geldbeutel greifen, obwohl er vielleicht einmal im Jahr eine Ausnahme machen möchte?!
Egal, wofür man sich auch immer entscheidet: verkehrt könnte es allemal sein!
Entweder, man wird als zu verschwenderisch betrachtet, oder man gehört zu den Sparsamen, um nicht zu sagen, zu den Geizigen.

Und wie stehts mit der Verwendbarkeit des Geschenkes? Obwohl sich der Beschenkte zunächst riesig darüber freut, steht oder liegt es Wochen oder schon am nächsten Tag unbeachtet in einer Ecke. Manch einer verschenkt es sogar bei der nächst besten Gelegenheit wieder weiter.

Da stellt man sich schon die Frage, was das Schenken heutzutage noch für eine Bedeutung hat. Ist es nicht nur ein Pflichtprogramm, um sich vor den anderen keine Blöße zu geben?
Doch müssen es immer die großen, aufwendigen materiellen Gaben sein? Liegt der Charme des Schenkens nicht auch in der Einfacheit?

Warum schenken wir dem anderen nicht mal ein paar Stunden unserer Freizeit, schenken ihm Aufmerksamkeit, Fürsorge?
Führen mit ihm vielleicht ein anregendes Gespräch, oder hören ihm einfach nur mal zu!
Ein gemeinsamer Spaziergang in die Schönheit der Natur kann ebenso wohltuend sein, wie ein Abendessen bei Kerzenschein mit Spaghetti und Tomatensoße. Wenn es nur von Herzen kommt !

Ganz simple Dinge rufen oft tiefergehende Emotionen hervor, mehr als ein ausgefallenes, aufwendiges Geschenk, für das man sich stundenlang die Füße wund gelaufen hat.

© pally66

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pally66 Kurzgeschichten 3 Kommentare ~3 Min. Lesezeit
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pally66

Schreiben ist schon lange eine Leidenschaft von mir. Inspiriert werde ich vor allem durch die Dinge des täglichen Lebens. Ich lese gern, vor allem dicke Romane, die im Mittelalter spielen. Im Fernsehe…

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3 Kommentare

Hanni
Hanni Poet Laureat
08.12.2020
Hallo Helga,
mit Deiner Geschichte hast Du den Geschenkerummel zu Weihnachten sehr gut beschrieben. Bei uns gibts zu Weihnachten auch keine Geschenke mehr, höchstens mal ein gutes Buch. Mal eine schöne Reise zu verschenken, ist auch eine gute Idee. Man hat ja sonst eigentlich alles, was sich so im Lauf des Lebens angesammelt hat. Im Alter muß man anfangen, sich von vielem zu trennen.
Dir einen sonnigen Tag und eine besinnliche Adventszeit! Liebe Grüße Hanni
Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
07.12.2020
Wir Erwachsenen schenken uns seit Jahren nichts mehr untereinander, aber die Kinder wären wohl sehr traurig, wenn der Weihnachtsmann nichts abliefern würde. Es gibt doch nichts Schöneres als leuchtende Kinderaugen am Heilig-Abend. Wie viele andere, werden wir diesen Abend allein verbringen und auf Besuche verzichten. Für uns ein ganz normaler Tag, der sich durch nichts von einem anderen Tag unterscheidet. Helga, dein Vorschlag jemanden Zeit zu widmen oder mit einem Essen zu erfreuen ist eine schöne Idee, aber in diesem Jahr wohl kaum möglich, nimmt man die Situation zurzeit ernst. Lg und eine schöne besinnliche Zeit.
Christian1
Christian1 Meisterdichter
07.12.2020
Zwei Jecke,ein Gedanke.

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