Die Schönheit unserer Sprache in Versen
Tag der deutschen Sprache
Gewinner
Ist man nur ein Gewinner, wenn andere über einen denken, dass man auf der Sonnenseite steht?
Wenn man reich und schön ist, erfolgreich und selbstsicher?
Keine Fehler macht und wenn, diese sehr gut verkauft?
Ist man ein Gewinner, wenn man das Größte Mundwerk hat?
Was ist mit den anderen?
Den Guten, den Nachdenklichen?
Denen die laute Welt mit der Masse und Flut an Informationen und Erwartungen zu viel ist.
Die es nicht ertragen, die anderen weiter reden zu hören.
Die mit sich hadern.
Die trauern über unerfüllte Träume. Die sich über unerreichte Wünsche und Ziele einen Kopf machen, so wie andere über belangloses daher sprechen.
Ist man ein Gewinner, wenn man egoistisch vorgeht und kein Verständnis oder Mitgefühl aufbringt.
Wer zählt als Gewinner und wer als Verlierer?
Wer urteilt darüber? Der Einzelne oder die Masse?
Wer denkt nach und wer meint, er tut es?
Die Traurigkeit, über sich selbst zu denken, man sei ein Verlierer, während die Welt sich amüsiert.
Gespräche gehen nach, Situationen werden bis zur Erschöpfung im Kopf durchgespielt.
Unerfülltes liegt auf der Strecke.
Sich nicht gesehen fühlen, macht heute krank.
Was ist mit dir?
Was ist mit mir?
Sind wir doch alle dieselben Menschen.
Stephanie Doench am 23.08.2026
„Gewinner" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Stephanie Doench, veröffentlicht am 25. August 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Stephanie Doench
Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.
Jetzt kostenlos veröffentlichen →Bitte melde dich an um zu kommentieren.
Anmelden
3 Kommentare
du bringst uns Verstärkung - das ist schön.
Deine offenen Fragen beschäftigen mich auch.
Eine wichtige Zeile: "wer urteilt darüber? Der Einzelne oder die Masse"?
Gerne gelesen
hat Ingrid
Wenn doch nur alle auch wirklich Menschen wären, da wäre vieles an Unsäglichkeiten und Leid auf der Welt möglicherweise vermeidbar. Zu hinterfragen und nicht alles als gegeben hinzunehmen, darauf käme es an und doch ist es viel bequemer, in der breiten Masse einfach mitzuschwimmen, sich mittragen zu lassen... ohne großes Nachdenken.
Ein nachdenklich machender tiefgründiger Text in den ich gerne eingetaucht bin.
LG Uschi