25. August 2026

O mein Gott

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O mein Gott
pixabay

O mein Gott

Als Gott auf Erden einmal kam,
da staunte er nicht schlecht und dachte,
was ist bloß an den Menschen dran,
verkehrt scheint manches, was ich machte.

Und wie er grade am Sinnieren,
so über dies und über das,
der Mensch wollt stets ihn imitieren,
dies, leider Gottes, war kein Spaß.

Die Menschheit nichts dazugelernt.
Anstatt zu wachsen an den Taten,
von Frieden, Güte weit entfernt.
Was Gott verhärmt in seinem Garten.

So war dies für ihn kaum ersprießlich,
dass er gemeint, dann pfeiff halt drauf.
Es stimmte ihn ziemlich verdrießlich,
er ließ der Welt nun ihren Lauf.

Und bei erneut tiefer Betrachtung,
der Menschen Tun und deren Taten,
gebührt Denselben wenig Achtung,
worauf wollt ihr denn jetzt noch warten?

So dachte Gott, ganz still bei sich -
obwohl zuvor er lang gerungen,
ein jeder Mensch nur Menschlein ist...
Mein Abbild ist mir wohl misslungen!

© Uschi Rischanek
text/rezitation
bild:pixabay
Music: William King

Autorenkommentar:

Dieser Text, entstand, unter dem Eindruck des zuvor besuchten gleichnamigen 2 Personenstückes von Anat Gov, in dem Gott die Hilfe einer Psychiaterin in Anspruch nimmt, da er selbst der Welt überdrüssig geworden war und die ihn innerhalb einer Stunde vom Gegenteil zu überzeugen hat

„O mein Gott" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Uschi R., veröffentlicht am 25. August 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Uschi R.

Sammlung 30 Aufrufe
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Uschi R. Gesellschaftskritik 12 Kommentare ~2 Min. Lesezeit
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Uschi R.

Heidenreichstein, Österreich

Denkende Dichterin und dichtende Denkerin, leidenschaftliche Gärtnerin und Fotografin, der Lyrik verbunden, der Prosa verfallen. Eigene Texte, jedoch auch Texte lieber Poetenfreunde einzusprechen, sow…

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12 Kommentare

G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
26.08.2026
Liebe Uschi ich danke dir , gefunden
G.
1
G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
26.08.2026
Liebe Uschi ich danke dir , gefunden
G.
1
Sieghild
Sieghild Dichter
26.08.2026
Liebe Uschi, du beschreibst hier wie sich die Menschen entwickelt haben. Mitunter grauenvoll. Jeder ist für sich verantwortlich
und lebt einfach nach seiner Vorstellung und meint, er sei im Recht. HG zu dir von mir
1
Uschi R.
Antwort an Sieghild
Uschi R. Autor
26.08.2026
Liebe Sieghild, ein grandioses Theaterstück und ich hatte das große Glück es genial gespielt zu sehen. Ziemlich gleich nach der Vorstellung, ich glaube noch in der gleichen Nacht entstand dann dieser Text. Wären wir uns dessen bewusst, was der Mensch alles verursachen kann, mag sein vieles könnte vielleicht vermieden werden...

Ich danke dir!
Liebe Grüße!
G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
26.08.2026
.... liebe Uschi , wenn du Zeit und Lust hast, oder mir einen Tip gibst zum Googeln , dies Zweipersonenstück von dem du sprichst, wie geht es au, welches ist die Quintessenz ?
G.
Uschi R.
Antwort an G . . . .
Uschi R. Autor
26.08.2026
Hier mal einen Link zu einer Vorstellung mit Katharina Stemberger, leider gibt es das Theaterstück nicht auf YouTube da hätte ich schon geschaut aber vielleicht hilft dir nachstehender Link aus dem Theater Akzent wo dieses Stück lief:
http://www.unisex.at/event-theater-akzent-oh-mein-gott-2025.htm
und noch eine zweite Seite ebenso aufgefunden:
https://www.theatertexte.de/nav/2/2/3/werk?verlag_id=neue_pegasus&wid=o_861719826&ebex3=3
G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
26.08.2026
... dies Zweipersonenstück hätte ich mir gerne angesehn. Alles Liebe G.
1
Uschi R.
Antwort an G . . . .
Uschi R. Autor
26.08.2026
... es wird ab und an aufgeführt und es ist wahrlich sehenswert, dankeschön!

LG
Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
26.08.2026
Du hast es wieder auf den Punkt gebracht, liebe Uschi. Da wird man schon nachdenklich. LG Gudrun
1
Uschi R.
Antwort an Gudrun Nagel-Wiemer
Uschi R. Autor
26.08.2026
Nun liebe Gudrun es ist schon ergreifend, all das was einem schon frühmorgens aus der Zeitung entgegen prangt! Bei all den unschönen Dingen die tagtäglich, sowohl auf der Welt aber auch im Nahbereich und Umfeld passieren können, gerät man unweigerlich ins Nachdenken.
Eine lustige Randbemerkung zu den Darstellern dieses Stückes die ich auch persönlich kannte:
Ich kann von mir allen Ernstes behaupten, dass ich mit 'Gott' schon einen Kaffee getrunken habe - wer kann das schon von sich sagen? ;-))

Danke für dein Hiersein!
LG Uschi
G .  .  .  .
G . . . . Poet Laureat
25.08.2026
... dein Gedicht gefällt mir. Es ist die Kernfrage unserer Zeit- dies Schweigen Gottes und wie sieht unser Glauben im Ernstfall aus. In meinem tiefsten Inneren denke ich doch - es ist ihm doch gelungen - aber der Mensch findet sich nur , wenn er sich erstmal verirrt hat. Die Stille und die Natur , sowie alles Schöne hilft.
G.
1
Uschi R.
Antwort an G . . . .
Uschi R. Autor
26.08.2026
... die Stille mag möglicherweise hilfreich sein, doch sie gilt erst einmal überhaupt zu finden. Einer meiner Aphorismen war einmal: "Wer die Stille mag begreifen, der höre mir beim Schweigen zu..." Genaugenommen bei meinen Rezitationen ein Widerspruch in sich...
Dieses Zweipersonenstück hatte mich sehr beeindruckt und es war grandios dargebracht. Der Darsteller Gottes ist im wirklichen Leben übrigens dieser Tage noch recht jung verstorben! Daher habe ich mich wieder an diesen Text erinnert. Vielleicht schaut Gott öfter mal zur Seite, wenn er all das Leid und den Wahnsinn der manchmal hier abläuft wahrnehmen muss, mag sein. Danke für dein Reflektieren.

Liebe Grüße!

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