O mein Gott
Als Gott auf Erden einmal kam,
da staunte er nicht schlecht und dachte,
was ist bloß an den Menschen dran,
verkehrt scheint manches, was ich machte.
Und wie er grade am Sinnieren,
so über dies und über das,
der Mensch wollt stets ihn imitieren,
dies, leider Gottes, war kein Spaß.
Die Menschheit nichts dazugelernt.
Anstatt zu wachsen an den Taten,
von Frieden, Güte weit entfernt.
Was Gott verhärmt in seinem Garten.
So war dies für ihn kaum ersprießlich,
dass er gemeint, dann pfeiff halt drauf.
Es stimmte ihn ziemlich verdrießlich,
er ließ der Welt nun ihren Lauf.
Und bei erneut tiefer Betrachtung,
der Menschen Tun und deren Taten,
gebührt Denselben wenig Achtung,
worauf wollt ihr denn jetzt noch warten?
So dachte Gott, ganz still bei sich -
obwohl zuvor er lang gerungen,
ein jeder Mensch nur Menschlein ist...
Mein Abbild ist mir wohl misslungen!
© Uschi Rischanek
text/rezitation
bild:pixabay
Music: William King
Autorenkommentar:
Dieser Text, entstand, unter dem Eindruck des zuvor besuchten gleichnamigen 2 Personenstückes von Anat Gov, in dem Gott die Hilfe einer Psychiaterin in Anspruch nimmt, da er selbst der Welt überdrüssig geworden war und die ihn innerhalb einer Stunde vom Gegenteil zu überzeugen hat
„O mein Gott" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Uschi R., veröffentlicht am 25. August 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Uschi R.
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12 Kommentare
G.
G.
und lebt einfach nach seiner Vorstellung und meint, er sei im Recht. HG zu dir von mir
Ich danke dir!
Liebe Grüße!
G.
http://www.unisex.at/event-theater-akzent-oh-mein-gott-2025.htm
und noch eine zweite Seite ebenso aufgefunden:
https://www.theatertexte.de/nav/2/2/3/werk?verlag_id=neue_pegasus&wid=o_861719826&ebex3=3
LG
Eine lustige Randbemerkung zu den Darstellern dieses Stückes die ich auch persönlich kannte:
Ich kann von mir allen Ernstes behaupten, dass ich mit 'Gott' schon einen Kaffee getrunken habe - wer kann das schon von sich sagen? ;-))
Danke für dein Hiersein!
LG Uschi
G.
Dieses Zweipersonenstück hatte mich sehr beeindruckt und es war grandios dargebracht. Der Darsteller Gottes ist im wirklichen Leben übrigens dieser Tage noch recht jung verstorben! Daher habe ich mich wieder an diesen Text erinnert. Vielleicht schaut Gott öfter mal zur Seite, wenn er all das Leid und den Wahnsinn der manchmal hier abläuft wahrnehmen muss, mag sein. Danke für dein Reflektieren.
Liebe Grüße!