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Wo Verse und Tore fallen
USA · Kanada · Mexiko · Juni–Juli 2026
In Gedanken versunken sitzt er im Zimmer,
so halb im Dunkeln, - bei Kerzenschimmer,
grübelt über die Jahre in seiner Jugend nach
und über das, was ihm das Herz einst brach.
Er denkt an seinen Freund aus dem Kinderchor,
an das alte knarrende Gartentor,
durch das er flüchtete, wenn der Vater trank,
an seinen kalten, beißenden Zigarrengestank.
Als junger Bursche wurde er eingezogen,
wurde um seine schönsten Jahre betrogen.
Der Krieg war grausam, alles wurde zerstört,
er hat noch Jahre später, im Traum, die Sirenen gehört.
In den fünfziger Jahren hat es rote Rosen geregnet,
er ist seiner großen Liebe Anna begegnet.
Sie war die Frau, die sein Herz erobert hat,
doch irgendwann zog sie fort, in eine andere Stadt.
Er las ihn immer wieder, - ihren Abschiedsbrief,
eine Welt brach zusammen, - der Schmerz saß so tief.
Von Frauen wollte er lange nichts mehr hören,
- nie wieder sollte ihn eine Liebe zerstören.
Eine neue Aufgabe im Beruf weckte seine Leidenschaft,
er machte Karriere, - der Erfolg gab ihm Kraft.
„Das war nun mein Leben“, denkt er traurig, verzagt.
Eine eigene Familie blieb ihm zeitlebens versagt.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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4 Kommentare
Es ist schon ein sehr trauriges Gedicht, Ewald, ich meine ich habe es vor langer Zeit schon einmal gelesen.
Daniela, danke, dass du immer wieder einmal reinschaust und das rote Herz drückst. LG Gudrun
In diesem Gedicht ist die gleiche Stimmung wie in meinem Gedicht: Der Mann am Meer.
Sehr gut geschrieben.
LG
Ewald
hier der Link zum Gedicht:
https://www.gedichtesammlung.net/Gedichte-Traeume/Der-Mann-am-Meer/
Ich hoffe ich konnte Dir so etwas helfen :-)
LG Andreas