16. Februar 2020

Wir lebten bescheiden


Bescheiden waren wir, doch zufrieden,
haben meistens am Minimum gelebt,
wir dankten für das was uns beschieden,
und haben oftmals vor Hunger gebebt.

Aufmüpfig zu sein, hat keiner gewagt,
wir wussten doch, dass niemand was hatte,
ganz still im Kämmerlein wurde geklagt,
öffentlich gab es keine Debatte.

Diskussion über Armut war tabu,
es war klar, sie würde gar nichts bringen,
Mutter und Vater verlangten nach Ruh,
waren beschäftigt mit andren Dingen.

Wir lebten noch lange Zeit bescheiden,
doch Monat für Monat ging es bergauf,
vorbei war der Krieg, vorbei das Leiden,
das normale Leben nahm seinen Lauf.

Ungern denk ich zurück an die Jahre,
doch manchmal hab ich sie wieder im Sinn,
dann raufe ich mir kräftig die Haare,
denk, Gott sei Dank - die Zeit ist längst dahin.

© Horst Rehmann

„Wir lebten bescheiden" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Rehmann, veröffentlicht am 16. Februar 2020 auf Gedichtesammlung.net.

© Rehmann

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Rehmann Gesellschaftskritik 4 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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4 Kommentare

Gudrun Nagel-Wiemer
Gudrun Nagel-Wiemer Dichterlegende
17.02.2020
Gott sein Dank kenne ich diese Zeit nur vom Hörensagen. Die Nachwirkungen waren aber durch die Eltern deutlich zu spüren. Schön, dass du daran erinnerst. LG in den Abend
Rehmann
Antwort an Gudrun Nagel-Wiemer
Rehmann Autor
17.02.2020
Hallo Gudrun,
ich habe diese Zeit noch mit erlebt und wünsche sie keinem ! Danke für Deinen Kommi !
LG
H. Rehmann
pally66
pally66 Poet Laureat
17.02.2020
Hallo, wer in den Aufbaujahren gelebt hat, kann Deine Zeilen hundertprozentig unterstreichen. Im Prinzip war man zufrieden, was man hatte; trotzdem wünsche ich mir diese Zeit nicht zurück!! Schönen Abend, pally
Rehmann
Antwort an pally66
Rehmann Autor
17.02.2020
Stimmt Pally, wir hatten wirklich nichts - aber wir waren zufrieden !
LG
H. Rehmann

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