Drei Tage können endlos sein,
liegst du im Krankenhaus.
Mitunter kommst du schnell hinein,
doch schwer nur wieder raus.
Stündlich wirst du vertröstet,
dann hast du schnell kapiert,
Heute passiert hier nichts mehr.
Hier wirst du abkassiert.
Noch einen Tag, noch eine Nacht,
neues Zimmer, neuer Schrank
An Schlaf ist nicht zu denken,
- die Nerven liegen blank.
Dann heißt es morgens wieder,
"die Untersuchung ist um Zehn.
und wenn alles in Ordnung ist,
können sie nach Hause gehen."
Du sitzt mit gepackter Tasche,
wartest, dass irgendwas passiert,
dann sagt dir eine Schwester,
dass der Arzt gerade operiert.
Gegen Mittag werde ich abgeholt,
ich zeige mich versöhnlich.
Endlich werde ich untersucht,
vom Chefarzt ganz persönlich.
"Sie können jetzt nach Haus gehen,
ich schreibe noch den Bericht."
Ich kann jetzt wirklich gehen.....
Das glaube ich noch nicht.
Ich packe meine Sachen ein
und bin unendlich froh.
Voller Freude und Enthusiasmus
gehe ich jetzt ins Büro.
"Ich möchte mein Rezept
und auch den Arzt-Bericht."
"Da muss ich sie enttäuschen,
den habe ich noch nicht.
Gehen sie mal in ihr Zimmer,
wir bringe ihnen den Bericht."
Meine Gesichtszüge entgleisen.
Das glaube ich jetzt nicht!
„Drei Tage können endlos sein" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 16. September 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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