Zwischen Licht und Dunkel
Ach, was ist das für ein Morgen,
im Gesicht sieht man die Sorgen,
heute früh ist gar nichts schick,
- Haare struppig, Augen dick.
Ich kämpfe mit den Tränensäcken,
versuche sie schon abzudecken,
leider klappt das heute nicht,
- also Wasser ins Gesicht.
Sehe müde aus und schlapp,
brauche heute wohl Make up,
was die Nacht zutage bringt,
wird jetzt einfach weg geschminkt.
Haare bürsten und noch steylen,
Zähne putzen, Nägel feilen,
und jetzt, wie an jedem Tage,
noch mal ruckzuck auf die Waage.
Ich hab´ ein Kilo zugenommen.
Wie ist es nur dazu gekommen?
Vermutlich war´s das große Eis.
Alles hat wohl seinen Preis...
So, jetzt gebe ich auch Ruh
und hänge den Spiegel einfach zu.
Mein Gatte sitzt am Frühstückstisch,
wie immer, gut gelaunt und frisch.
Er sieht mich an und lächelt froh.
Das macht er jeden Morgen so.
Plötzlich platzt es aus ihm heraus:
"Schatz, du siehst bezaubernd aus."
„Morgens im Bad " ist ein Gedicht aus der Kategorie Alltag & Lebensmomente von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 25. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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9 Kommentare
humorig doch mit Hintergrund beleuchtest du das tägliche Morgenritual im wahrsten Sinne des Wortes! Doch kommt es ebenso auf die Ausstrahlung an die man hat, oder eben auch nicht...
Den Blick in den Spiegel sehe ich noch tiefer, den sich selbst zu 'ertragen' ist alles andere als einfach mitunter und hat mit dem Spiegelbild oft gar nichts zu tun.
Gerne reflektiert und was täten wir nur ohne sie - die besseren Hälften!
Liebe Grüße
Uschi
Schönen Sonntag
G.
LG
Ewald
was für ein herrlicher Start in den Morgen
Während der Spiegel gnadenlos jedes Detail verrät und die Waage auch noch ihren Senf dazugibt, sieht der Gatte einfach das Wesentliche.
Wie schön, wenn liebevolle Augen mehr erkennen als jeder Spiegel…
Danke für diesen wunderbaren Schmunzler mit einem so herzerwärmenden Schluss.
Liebe Grüße
Klara