Wenn Verse golden fallen
70 000 Besucher gehen begeistert mit,
Bob Dylan und Chicago sind absolute Spitzenklasse.
Es läuft ziemlich viel Shit
und die Veranstalter kommen voll auf ihre Kasse.
Ein wirklich friedliches Open-Air-Fest,
keine gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Ich fühl mich trotzdem gestresst
und denke an frühere Verletzungen.
Trotz der äußerlich guten Atmosphäre
herrscht Einsamkeit in der Menschenmasse.
Mich umringt eine ausdruckslose Leere,
ein Zustand, den ich hasse.
Warum bin ich eigentlich gekommen?
War es nur wegen der Musik?
Drogen habe ich keine genommen
auf der Suche nach dem Glück.
Mit gemischten Gefühlen verlass ich das Zeppelinfeld,
die Reise führt wieder nach Hause zurück,
verbraucht habe ich eine Menge Geld
und das nicht nur wegen der Musik.
Ich wollte einfach mal was anderes erleben,
innere Ruhe habe ich nicht gefunden.
Das Open-Air hat mir dennoch vieles gegeben,
unvergessen bleiben für mich die Nürnberger Stunden.
„Nürnberger Open-Air 1978" ist ein Gedicht aus der Kategorie Einsamkeit von Max Vödisch, veröffentlicht am 3. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Max Vödisch
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