Eine Geschichte von Lennox Berg
Es war einmal ein kleiner Junge, namens Alfred. Er lebte in einem weit entfernten Land, in dem sein Vater König war. Alfred hatte keine Freunde, aber einen treuen Hund, mit dem er viele Abenteuer im Königreich erlebte. Eines Tages war ihm wieder einmal langweilig und er lief unruhig durch das Schloss.
In der Küche traf er den Koch und dieser erzählte ihm, dass es nicht weit vom Schloss einen verzauberten Wald geben soll. Das klang spannend. Er lief los und suchte nach seinem zotteligem Vierbeiner Johann, der im Schlossgarten unter einem großen Apfelbaum lag und schlief. Das war sein Lieblingsplatz an heißen Tagen. Alfred pfiff nach seinem vierbeinigen Freund, der sich aufrichtete und ihm entgegenlief. Neugierig geworden, machte sich Alfred mit Johann auf den Weg zum Wald.
Am Waldrand traf er auf eine alte Frau, die ihm Unglaubliches erzählte. Sie sagte: Mein Junge, im Wald leben drei Tiere mit magischen Kräften, bringe sie mir bis Mitternacht. Schaffst du es nicht sie zu finden und sie mir zu bringen, werde ich dich verzaubern und dir deine Stimme nehmen. Du wirst nie wieder sprechen können und nicht mehr ins Schloss zurückkehren. Für den Rest deines Lebens wirst du hier im Wald leben.
Alfred schluckte und fing vor Angst an zu stottern. „ A a aaber, wie soll ich die Tiere im Wald finden? Und woran erkenne ich diese magischen Tiere?“
„Junge, ich gebe dir diesen besonderen Stein, nimm ihn in deine Hand und verliere ihn nicht. Damit wirst du die Tiere verstehen und sofort erkennen, ob es sich um Tiere mit magischen Kräften handelt. Nun aber los, bis Mitternacht musst du zurück sein!“ Erschrocken griff er nach dem Stein und machte sich mit Johann auf den Weg. Sie mussten tief in den Wald hinein, um nach den Tieren Ausschau zu halten.
In der Ferne sah Alfred ein paar Rehe, die dort so ruhig standen, als würden sie auf ihn warten. Als er mit seinem Hund bei ihnen ankam, sprach er die Rehe an und auf wundersame Weise bekam er auch eine Antwort. Ein Reh antwortete ihm „Ja, es gibt hier magische Tiere, aber niemand weiß, wo sie sich aufhalten. Vielleicht fragt ihr die alte Eule, sie hört auf Euli und steckt ja voller Weisheiten.“ „Und wo finde ich Euli?“ Das junge Rehkitz blinzelte ihn mit großen Augen an und sagte: „Die Eule lebt im finstersten Teil des Waldes, in dem es nie richtig hell wird, aber sie kann dir bestimmt weiterhelfen. Dort leben auch die schwarzen Raben, die alles stehlen was funkelt. Stecke deinen Stein lieber in die Hosentasche.“ „Ich passe gut darauf auf, denn es handelt sich um einen ganz besonderen Stein, der mir hilft, die Sprache der Tiere zu verstehen. Nun muss ich aber los, die Zeit ist knapp.“
Alfred bedanke sich für die Auskunft und machte sich mit Johann auf den Weg zum finstersten Teil des Waldes. Es dämmerte bereits, als sie den dunkelsten Teil des Waldes erreichten. Aus der Ferne war das Läuten der Turmuhr zu hören. Als die Glocken das siebte Mal schlugen, zuckte Alfred zusammen. „Ach, Johann es ist schon sieben Uhr, wir haben nur noch 5 Stunden Zeit die Tiere zu finden. Das schaffen wir niemals.“
Aufmerksam lauschte er in den Wald hinein und folgte dem leisen Ruf einer Eule. Ein paar Raben näherten sich und ein Federvieh flog direkt auf Alfreds Hand. Johann sprang hoch, um den frechen Raben zu verscheuchen, der es auf den funkelnden Stein abgesehen hatte. Mit lautem Gebell sprang er auf den aufdringlichen Vogel zu. Jetzt fielen alle Raben auf den mutigen Vierbeiner ein und Alfred versuchte ihm zu helfen. Es gelang ihm nicht und vor Wut stiegen ihm die Tränen in die Augen.
Der Ruf der Eule kam immer näher und mit bedrohlichen Flügelschlägen gelang es ihr, die Angreifer zu verscheuchen.„Wer seid ihr und was wollt ich hier?, fragte die Eule. Unter Tränen erzählte Alfred ihr von seiner Aufgabe und dass er dringend Hilfe benötigte, da er die magischen Tiere bis Mitternacht finden musste. Er zeigte ihr den blanken Stein, mit dessen Hilfe er die Tiere im Wald verstehen kann.
„Da kann ich dir weiterhelfen“, krächzte die Eule, „in meinem Teil des Waldes lebt Puh der Bär, der sich und vieles andere unsichtbar machen kann. Wenn ihr ihn laut ruft, wird er euch hören.“
Alfred rief so laut er konnte nach dem Bären, aber es tat sich nichts. Es raschelte im Gebüsch und deshalb fragte mutig:„Puh, bist du das?“ „Ich stehe hinter dir, aber du kannst mich nicht sehen. Was willst du von mir?“ Der Junge drehte sich um und erzählte nun wieder die ganze Geschichte von vorn. „Kommt mit in meine Bärenhöhle, ich zeige euch den Weg!“Vor ihnen tat sich eine große Höhle auf, die sie zuvor nicht sehen konnten. Alfred erinnerte ihn noch einmal daran, dass die Zeit drängt, doch der Bär beruhigte ihn. Urplötzlich fanden sie sich in einem grünen Tropenwald wieder in dem noch viele andere Tiere lebten. Ein Affe angelte sich durch die Büsche und Bäume und machte sich über das merkwürdige Trio lustig. „Bist du der Affe Coco, der fliegen kann?“, fragte Alfred. „Ja, der bin ich, warum?“ „Wir suchen dich und einen Löwen, der angeblich zaubern kann.“ Wieder musste er seine verrückte Geschichte erzählen. „Ich helfe dir den Löwen zu suchen“. Schon flog Coco über die Baumwipfel davon. Kurze Zeit später, hörte Alfred schon das laute Brüllen eines Löwen. „Das ist Lenni“, stellte Coco seinen bedrohlich wirkenden Begleiter vor. „Ich habe ihm schon von deiner Geschichte erzählt“. „Alfred fing an zu weinen, denn inzwischen glaubte er nicht mehr, dass er pünktlich zurück sein würde. Alle drei Tiere boten ihre Hilfe an und der Löwe brüllte plötzlich so laut, dass man die Schallwellen spüren konnte. Johann stand das Fell, und Alfred standen die Haare zu berge. Alles fing an sich zu drehen und in Windeseile waren sie am Rande des Zauberwaldes. Die alte Frau erwartete ihn schon und war verwundert, ja fast verärgert, dass Alfred seine Aufgabe noch vor Mitternacht erfüllen konnte. Er bedanke sich bei den Tieren, die ihm geholfen und ihn begleitet haben. Zum Schluss kam Euli noch angeflattert, um ihn zu verabschieden.
Gott sei Dank konnte er seine Stimme behalten. Seinen wundersamen Stein hat er gut aufbewahrt. Wenn er nicht gestorben ist, kann er noch immer die Sprache der Tiere verstehen.
Lennox Berg
„Alfreds Abendteuer im Zauberwald" ist ein Gedicht aus der Kategorie Kurzgeschichten von Lennox berg, veröffentlicht am 12. August 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Lennox berg
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3 Kommentare
Vielen Dank für Deine Geschichte, leider ging bei Bildupload etwas schief. Kannst Du es nochmals versuchen im jpg-Format?
Danke + LG Andreas