22. Februar 2008

Während ich schlief

Während ich schlief
Stand die Welt nicht still
Und irgendwo ging die Sonne auf
Ein Mensch wachte auf vollen Sorgen
Denn er dachte
an die Zukunft seiner Familie

Während ich schlief
Drehte sich die Welt,
es war Mittag im Fernen Osten.
Zwei Chinesen flüsterten leise,
denn sie wünschten sich ein anderes Regime
um die Luft der Freiheit zu genießen

Während ich schlief,
war es Abend in New York
und die Menschen am Broadway
verliefen sich in die Theater
um ihre Sorgen zu vergessen
der ihnen ein Krieg bereitete.

Während ich schlief
Stand die Welt still,
für die Mutter von fünf Kindern,
deren Mann hingerichtet wurde
weil er eine bessere Welt wollte
und Bildung für seine Kinder

Während ich schlief
Wusste ich nichts von dieser Welt,
hüllte mich in warmen Daunen
und empfand nicht die Kälte
die sich über die Welt breit macht
sondern genoss das warme Bett

Als ich erwachte
ging ich zur Tagesordnung über
Bestrebend dass es mir besser geht
Als Zwei-drittel der Menschheit
Mittags schrieb ich einen Scheck aus
Um mein Gewissen zu beruhigen

„Während ich schlief" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Gast, veröffentlicht am 22. Februar 2008 auf Gedichtesammlung.net.

© Gast

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Gast Gesellschaftskritik 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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Gast

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