*Jammerei*
Uns geht es gut in dieser Zeit
doch ständig wird gejammert heut,
wie furchtbar schlecht doch alles sei.
Man sei nicht einmal richtig frei.
Alles ist so schwer und teuer,
vieles einem nicht geheuer,
hört man oft aus nah und fern;
jammern tun wir immer gern.
Doch Wasser fließt in jedem Haus,
Strom kommt aus allen Dosen raus.
Niemand muss frieren, es ist warm,
trotzdem sind manche gar so arm.
Haben ein Dach über dem Kopf,
gibt Medizin für jeden Tropf.
Krank sein kostet uns nicht viel,
erreichen oft das Lebensziel.
Die Küche, die spielt alle Stücke,
im Kühlschrank gibt’s kaum eine Lücke.
Alles prall gefüllt mit Essen,
doch darauf wird gern vergessen.
Der Schrank ist voll mit vielen Kleidern,
manche lassen sichs gar schneidern.
Selbst das ist nicht jedem recht,
wie gesagt, es geht uns schlecht.
Immer größer der TV,
fast wie im Kino darauf schau.
Die Sound-Box hat den krassen Ton,
so haben alle was davon.
Das Licht ist smart, das Internet
macht möglich steuern aus dem Bett.
Mit Sprachbefehl oder per App,
wer das nicht nutzt, der ist ein Depp.
Fürs neue IPhone eine Nummer;
ach, was haben wir doch für Kummer
mit unserem Laptop und Tablet
am neuen Stand, das ist doch nett.
Auch Spiel-Konsolen braucht man viele,
dazu noch jede Menge Spiele.
Auch eine Switch für unterwegs,
man ist so „mobil“ ja stets.
Ein Auto, das steht stets parat,
ansonsten halt das Motorrad.
Dazu ein Mountainbike, ein Roller;
die Garage, die wird immer voller.
Man braucht das ja für alle Fälle
wenn man wohin muss auf die Schnelle.
Auch wenn ichs gar nicht wirklich brauch;
der Nachbar hat es schließlich auch!
Im Urlaub fliegen wir zum Meer,
ganz weit weg, das gibt mehr her.
Natürlich sollens 4 Sterne sein,
zu „All In“ sagt man auch nicht nein!
Sonst geht man gern in ein Lokal
diniert dort – ist ja ganz normal –
oftmals ein 3 Gänge – Menü,
nach des Tages Plag und Müh.
Die Haustiere werden verwöhnt,
Nichtmarken-futter ist verpönt.
Spielzeug und Häuser, die sind cool,
manche bekommen einen Pool.
Alles normal, da bleibt man stumm.
Doch dreht man gern die Augen um,
wenn Fremde auch nach sowas streben;
da jammert man sehr gerne eben.
Wie unnötig das alles sei,
man soll doch froh sein, man sei frei.
Und spielen das perfide Spiel:
Nur Andere kriegen viel zu viel!
Ach ja, ich hätt es fast vergessen:
Kritik ist meist unangemessen.
Doch grad die Leute hört man klagen:
Man darf bei uns ja nichts mehr sagen!
DerPoet (08/25)
Bild: Pixabay
„JAMMEREI" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Chris Peter, veröffentlicht am 4. September 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Chris Peter
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1 Kommentar
Wir reden uns selbst alles mies.
Jetzt bin ich gleich viel besser drauf
und höre mit dem Gejammer auf.
Vielleicht noch mal über das Wetter,
das war gestern wirklich netter.
Gruß Gudrun