Im letzten Jahr stellte sich die Frage:
Brauchen wir eine Solaranlage?
Solarstrom ist eigentlich nicht schlecht,
- der Umwelt werden wir gerecht.
Seitdem die Module auf dem Dach,
gibt es bei uns häufig Krach.
Möchte ich waschen, backen, kochen,
wird der Vorgang abgebrochen.
"Ich weiß, du hast es gut gemeint,
doch Strom gibts, wenn die Sonne scheint!"
Er hält mir sein Handy vors Gesicht.
"Im Moment reicht es noch nicht."
"Nein, lieber Mann, bei Sonnenschein,
möchte ich lieber draußen sein.
Dann arbeite ich gern im Garten.
So lange werde ich nicht warten."
Mein Gewissen gibt ihm Recht,
- für meine Planung ist es schlecht.
In der Mittagszeit, wenn andere ruhn,
habe ich meistens viel zu tun.
Mittags gibt es Solar-Strom satt,
dann läuft alles, was ein Kabel hat.
Der Geschirrspüler, die Waschmaschine,
ich schwirre umher, wie eine Biene.
Bei Regenwetter siehts anders aus,
da drehe ich Däumchen, - hier zuhaus,
schaue durch die nassen Fensterscheiben
und muss mir die Zeit vertreiben.
Mein Alltagsrhythmus ist dahin,
für mich ergibt das keinen Sinn.
Warum soll ich bei Sonnenschein,
zum Arbeiten in der Wohnung sein?
„Der Umwelt zuliebe" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 13. Juni 2024 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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9 Kommentare
Bei mir stellt sich die Frage gibt’s eine Bluse von C&A oder vom Designer.?
Ein wunderbares Gedicht, den Nagel von Gudrun auf den Kopf getroffen,
mir bleibt Solar gestohlen, ich brauch den Wind zum Foilen!
LG
Ewald