Die Schönheit unserer Sprache in Versen

Tag der deutschen Sprache

22. Dezember 2019

Heiligabend

... mit den Augen eines armen Kindes gesehen.
So war es und so wird es wohl noch lange bleiben.

Heiligabend

Ein armes Kind läuft durch die breiten Strassen,
überall kann es die bunten Lichter sehen,
Spielzeug in den Läden, in enormen Massen,
mit offnen Augen bleibt das Kindlein stehen,
welch Farbenglanz, es ist so wunderschön.

Vor einem strahlend Fenster macht es halt, im Licht,
versteht den Rummel, auch den Trubel drinnen nicht,
es sieht ein Kind am reich gedeckten Tisch,
dort stapeln Getränke, Fleisch und Käse sich,
daneben liegen Gaben, von unsäglichem Gemisch.

Gelangweilt starrt das Kindlein die Geschenke an,
hat all die edlen Dinge hier, in grossem Überfluss,
es gibt nichts, was man ihm noch schenken kann,
im Gesicht erkennt man Missmut und Verdruss,
ein Kind, das dazu auch noch lächeln muss.

Dieses Kind besitzt längst schon das Feinste, das Beste,
von den Eltern fest umsorgt, benötigt es nichts mehr,
Ich armer Tropf am Fenster, leb ständig nur von Reste,
verpöne diese Zeiten, auch die Gesellschaft sehr,
kann diese Welt nicht recht verstehn, nicht das Gehetze.

Doch eines denkt das Kind: Trotz Armut und dem Leiden,
ich weiss trotz allem, wer das meiste Mitleid hat verdient.
Bei dir ist Reichtum, ich bin das Ärmste von uns Beiden,
aber du als stets verwöhnte Göre, bist in Wahrheit blind
und weiss Gott, ein total verarmtes, reiches Kind.

© Horst Rehmann

„Heiligabend" ist ein Gedicht aus der Kategorie Weihnachtsgedichte von Rehmann, veröffentlicht am 22. Dezember 2019 auf Gedichtesammlung.net.

© Rehmann

Sammlung 93 Aufrufe
Gefällt auch:
Rehmann Weihnachtsgedichte 2 Kommentare ~2 Min. Lesezeit
Teilen: Facebook X WhatsApp
Anzeige

Ähnliche Gedichte

ÄHNLICHE GEDICHTE

✍️
Schreibst du selbst Gedichte?

Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.

Jetzt kostenlos veröffentlichen →

2 Kommentare

Hanni
Hanni Poet Laureat
22.12.2019
Hallo Horst,
schrecklich, wenn man im Überfluß lebt und an nichts mehr Freude hat, ein trauriges Spiel!
Dir ein besinnliches Weihnachtsfest und liebe Grüße Hanni
Rehmann
Antwort an Hanni
Rehmann Autor
22.12.2019
Herzlichen Dank Hanni !
LG
H. Rehmann

Bitte melde dich an um zu kommentieren.

Anmelden
Login
Gedicht des Tages

Abends bin ich manchmal allein zu Haus, mein Mann geht ab und zu mal aus. Dann fühl ich mich ziemlich allein, manche Ger…

Gedicht lesen
Anzeige
Aktiv in · Weihnachtsgedichte

Keine Aktivität in dieser Kategorie.