19. April 2010

Großstadtmonotonie

Der Nachbar ist ein Fremder,
Dein Haus ein Einsatzort,
hochgesteckte Ziele,
der Einkauf wird zum Sport.

Diskussionen sind unmöglich,
Gewalt hat hier die Macht,
Schlagzeilen sind alltäglich,
der Einbrecher pirscht bei Nacht.

Grünes Licht für Rufmord,
die Pause bringt den Tod,
selbst Kinder müssen flüchten,
Hartz IV bringt uns in Not.

Einzelkämpfer in der Mehrheit,
Häuser, die zum Himmel ragen,
´Schnäppchen` sind des Alltags Freude,
im Eiltempo zum Einkauf jagen.

Gewaltbereitschaft auf den Straßen,
der Hund, sehr oft der einz`ge Freund,
wer nicht wagt, der nicht gewinnt,
die Müllabfuhr den Dreck wegräumt.

Noble Autos zieren Rotlicht,
Ellenbogen spitz wie Pfeile,
Werbung schmückt so manches Haus,
Geländer dick wie Ankerseile.

Alkohol, der Herr der Sinne,
Nachbarschaft oft stur und kalt,
Schalter geben Dir den Startschuss,
der Mensch wird oft nicht glücklich alt.

Spiralförmige Flurbegegnung,
das Fahrrad hält den Kreislauf fit,
die Erleuchtung kommt von oben,
Werbung folgt auf Tritt und Schritt

Shoppen auch am späten Abend,
Alkopops statt Pausenbrot,
Notausgang ins nächste Übel,
Busreifen sind des Hasen Tod.

Doch auch hier wacht der Heiland,
gibt uns täglich helles Licht,
lässt Dich nie im Schatten stehen,
geh zu ihm, versteck Dich nicht.

© Norbert van Tiggelen

(c) Norbert van Tiggelen

„Großstadtmonotonie" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Gast, veröffentlicht am 19. April 2010 auf Gedichtesammlung.net.

© Gast

Sammlung 59 Aufrufe
Gast Gesellschaftskritik 0 Kommentare ~1 Min. Lesezeit
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