Zwischen Licht und Dunkel
WAS DAS HERZ BEWAHRT
Manche Seelen
treten nicht in unsere Tage,
um darin zu verweilen.
Sie kommen
wie ein sanfter Sturm,
nur um eine verborgene Tür zu öffnen,
von der wir nicht wussten,
dass sie in uns existiert …
Und wenn sie weiterziehen,
bleibt diese Tür
weit geöffnet …
Dann fragen wir das Herz:
„Warum bewahrst du
im Heiligtum,
was deine Hände
nicht halten können?“
Und das Herz antwortet:
„Weil die größte Liebe
keinen Besitz kennt,
so wie der Ozean
nicht den Ufern gehört …“
Manche Nähe
braucht keinen gemeinsamen Pfad.
Denn zwei Bäume
müssen nicht dieselben Wurzeln teilen,
um unter demselben Himmel
zu wachsen …
Sie stehen für sich
und lassen zwischen ihren Zweigen
Raum für den Wind,
damit jeder
im Licht des anderen
sich selbst bleiben kann …
Manche Sehnsucht
verlangt nach keinem Morgen.
Und manche Liebe
fordert kein Recht
und kein Versprechen …
Sie sitzt still
im innersten Garten
unserer Seele …
sie wartet nicht …
sie fordert nicht …
Sie singt uns nur leise zu,
dass unser Geist
einst das Licht
eines anderen erkannt hat …
Vielleicht liegt darin
das Geheimnis
dieser flüchtigen Begegnungen:
Sie kommen nicht,
um unsere Wege
für immer zu vereinen.
Sie kommen,
um uns die Unendlichkeit
unserer eigenen Tiefe
zu zeigen …
Und manchmal …
ist dieses eine Erwachen
bereits
ein ganzes Leben.
Klara
28.08.2026
„WAS DAS HERZ BEWAHRT" ist ein Gedicht aus der Kategorie Philosophie & Lebensweisheit von Klara, veröffentlicht am 29. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Klara
Veröffentliche deine eigenen Werke kostenlos und teile sie mit einer Gemeinschaft, die Poesie liebt — in nur wenigen Minuten.
Jetzt kostenlos veröffentlichen →Bitte melde dich an um zu kommentieren.
Anmelden
Kommentare
Noch keine Kommentare — schreibe den ersten!