Triffst du den Freund nach vielen Jahren,
damals gertenschlank und schwarzgelockt,
heut` mit ungepflegten Haaren,
und sehr beleibt - es ist ein Schock.
"Die Jahre sieht man dir nicht an,
siehst immer noch wie damals aus,
bist geworden ein stolzer Mann",
die Worte sprudeln so heraus.
Er wird verstehen diese Lüge,
die Wahrheit ist ein schmaler Grat,
dass weiß auch er, drum keine Rüge,
ein Weg der seine Grenzen hat.
Manch Unmut muss man oft ertragen
bei zuviel Ehrlichkeit,
niemand wagt was laut zu sagen,
weil Gemeinsamkeit wird stets entzweit.
Kleine Lügen braucht die Welt,
die Wahrheit hat schon viel zerstört,
mit Unwahrheit wird man zum Held,
weil man die doch viel lieber hört.
Sie ist leicht und angenehm,
man muss nicht selber denken,
außerdem ist sie bequem,
andere das Geschick dann lenken.
„Auf schmalem Grat" ist ein Gedicht aus der Kategorie Philosophie & Lebensweisheit von pally66, veröffentlicht am 15. Juli 2025 auf Gedichtesammlung.net.
© pally66
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2 Kommentare
Komplimente, wie hier würden mir nie über die Lippen kommen, nur um was Nettes zu sagen.
Lieber gar nichts....
EinThema, das es wert ist, mal darüber nachzudenken.
Liebe Grüße
Ingrid