Die Werbung lauert überall.
Das Fernsehen ist der Härtefall.
Bei RTL, Sat1 und Pro Sieben,
finde ich die Werbung übertrieben.
Privatsender nehme ich gern auf,
zappe durch, im Schnelldurchlauf,
denn ich habe keinen Bock,
auf einen langen Werbeblock.
Jeden Freitag, kurz nach neun,
flattert das Wochenblatt herein.
Lebensmittelwerbung ist ja okay.
Die Geschäfte sind ganz in der Näh´.
Jetzt muss ich euch mal was verraten.
Mein Gatte sitzt im Wintergarten,
und hat das Werbeblatt in der Hand.
Nun bin ich wirklich mal gespannt.
"Schau mal", ruft er mir entgegen,
ohne sich einmal zu bewegen.
"Bei Rewe gibt´s dein Lieblings-Eis,
zum absoluten Sonderpreis!"
"Dann solltest du, gleich heute Morgen,
drei Schalen von dem Eis besorgen."
Mein Liebster ist plötzlich verstummt.
Ich höre von weitem, wie er brummt.
Hier ist auch nichts mehr beim Alten.
Ich muss mich durch die Werbung schalten.
Hallo, grüß Gott, da bin ich wieder,
ihr Stützstrümpfe und Bauchweg-Mieder.
Fett absaugen, von Po und Bauch?
Bewusster essen, geht doch auch...
Bei "Schlankheit-Tipps vom Kardiologen",
bin ich ganz schnell abgebogen.
Oh, Sommerkleider, da schaue ich rein.
Das könnte etwas für mich sein.
Stoff fließend, midi, sommerlich-floral.
Das Kleid bestelle ich mir mal.
„Werbung lauert überall" ist ein Gedicht aus der Kategorie Humor & Satire von Gudrun Nagel-Wiemer, veröffentlicht am 16. August 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Gudrun Nagel-Wiemer
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2 Kommentare
Noch immer tropenwarm hierzulande.
LG Uschi