Wenn Verse golden fallen
*Kritik*
Was auffällt in der letzten Zeit,
kritisiert man irgendjemand heut,
kann man es kaum so formulieren,
dass diese nicht gleich explodieren.
So sachlich auch man argumentiert,
persönlich nimmt mans ungeniert.
Geht in den Angriffsmodus über
und macht das Gegenüber nieder.
Kritikunfähigkeit nimmt überhand;
man kritisiert gegen die Wand.
Für alles gibt es gute Gründe,
Fehler aufzuzeigen gilt als Sünde.
Vor der eigenen Haustür sei zu kehren,
man soll sich um sich selber scheren.
Fehler macht nur das Gegenüber,
bei den eigenen sieht man drüber.
Ob Rechtschreibung, Fakes oder Lügen,
leugnen, bis sich die Balken biegen.
Nichts zugeben, alles bestreiten,
ein „What about…“ stets vorbereiten.
Nur die eigene Meinung stimmt,
Fakten man nicht ernst oft nimmt.
Wer anders schreibt, der ist gekauft;
wütend man sich die Haare rauft.
Ohne Quellen und Beweise
tut man interessanterweise
so, als obs in Stein gemeißelt;
wird mit „Hörensagen“ gegeißelt.
Kommt ein Argument nicht an,
geht gern direkt man an den Mann
wird persönlich, meist auch tief,
und leider wenig konstruktiv.
Und natürlich nichts daraus lernen,
gern vom Thema sich entfernen;
Schuldumkehr, relativieren,
ohne sich groß dafür genieren.
Fehler eingestehen ist selten,
viele als unfehlbar gern gelten;
wollen im Diskurs nur siegen
auch wenn sie daneben liegen.
Dabei sind Fehler ganz normal,
ein jeder macht sie ja einmal.
Aber heutzutag als Egoist
man oft und gern darauf vergisst.
Aus Fehlern lernen wär das Ziel,
doch davon hält man nicht sehr viel.
Ein anderer Umgang wäre gescheiter,
sonst entwickelt man sich ja nicht weiter.
DerPoet (01/26)
Grafik: Pixabay
„KRITIK" ist ein Gedicht aus der Kategorie Gesellschaftskritik von Chris Peter, veröffentlicht am 16. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Chris Peter
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