Wenn Verse golden fallen

22. September 2026

eins bis sieben

eins bis sieben, armes mädchen

LEKEN KENE NEGU    UGEN GENEK  -  

afrikanisch gedeutet
gemeint doch real

wirrtver im gefühl                               
dramatischhoch                                  
gesteuerthormon                                

sie ist das opfer
noch immer kind
irgendwann groß
doch jetzt hingelegt

und hingeleckt                                
tätertrieb                                                
mit kervehrten weltbildern          
pick im dickskopf                              
doch will sie müssen

einkastrieren                                      
und sperrenweg                               
viele verlangen
bei solchem verlangen
mich schuldig gemacht hab       
reuecht 

bald klar 
sieht die kleine
das mädchen wird frau
aber welche
mit welchen gefühlen
mit welchen
erinnerungen
                                                                                                                    G.S. Sept 26

„eins bis sieben" ist ein Gedicht aus der Kategorie Angst von Gerd16, veröffentlicht am 22. September 2026 auf Gedichtesammlung.net.

© Gerd16

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Gerd16 Angst 3 Kommentare ~4 Min. Lesezeit
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Gerd16

St.Georgen an der Gusen, Österreich

Schreibe Nachtgedanken aber auch solche des Tages, manchmal in Chiffren, doch meistens recht klar,
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3 Kommentare

Gerd16
Gerd16 Autor Dichter
10.10.2026
Liebe Klara!
Der Text scheint unlesbar zu sein, verwirrt!
Der Schlüssel dazu:
1. eins bis sieben bedeutet den Anstieg um jeweils eine Zeile, damit um die Belastung, der das Mädchen ausgesetzt ist.
2. Der afrikanisch anmutende Klang der Überschrift ist so zu dechiffrieren: 17 bestimmte Buchstaben wegnehmen, das ergibt die 5 Buchstaben LKNUG,. von hinten nach vorn gelesen findet man den Namen des Triebtäters, der zwar selbst seine Schuld zugegeben hat, den ich aus Diskretionsgründen nicht als Hinweis ganz oben haben wollte.
3. Wortverdrehungen bedeuten Verwirrtheit, auch verquere Gedankenwelten
tätertrieb --> Triebtäter
pick....wie aufpicken, auch Dickpic
einsperren, wegsperren, kastrieren,
4. verlangen (sowohl substantivisch als auch die schlimmen Phantasien des Pöbels)
5. reuecht...echte Reue oder die vom Verfeidiger empfohlene ?

Letztlich ging es mir nur um meine persönliche Aufarbeitung eines schrecklichen Themas, in dem ein Kind Opfer eines Pädophilen geworden ist und fortan mit dieser Last leben muss. Manche Kinder haben in dieser Situation sogar schon einen Schuldkomplex entwickelt.
Klara
Antwort an Gerd16
10.10.2026
Lieber Gerd,
danke dir für die ausführliche Erklärung. Jetzt erschließt sich mir die formale Konstruktion deines Gedichts noch einmal ganz anders. Besonders interessant finde ich, wie du Verwirrung und Belastung nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich und strukturell sichtbar machst.
Bei einem so schweren Thema ist diese bewusste Sperrigkeit durchaus nachvollziehbar.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mir den „Schlüssel“ dazu mitzugeben.
Liebe Grüße
Klara
Klara
Klara Lyriker
10.10.2026
Lieber Gerd,

ein schweres Gedicht, das nicht leicht zu lesen ist und gerade deshalb nicht einfach vorbeigeht.
Besonders die letzten Zeilen haben mich getroffen:
„das mädchen wird frau
aber welche
mit welchen gefühlen
mit welchen
erinnerungen“

Darin liegt für mich etwas sehr Schmerzhaftes. Ein Kind wird irgendwann erwachsen, doch das Erlebte wächst nicht einfach mit ihm heraus. Erinnerungen, Ängste und Verletzungen können bleiben und einen Menschen weit über die Kindheit hinaus begleiten.
Auch die Wut, die in deinen Zeilen gegenüber dem Täter spürbar wird, kann ich sehr gut nachvollziehen. Umso stärker finde ich, dass dein Blick am Ende wieder ganz bei dem Mädchen liegt.
Ein eindringlicher Text über ein Thema, bei dem Wegsehen keine Antwort sein darf.
Danke, dass du auch solchen schweren Themen Raum gibst.
Liebe Grüße
Klara

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