6. Juli 2017
Alles das, was zählt: Die Elegie um Mutter Elli ...
Mutter Elli hat geholfen
jedermann zu jederzeit;
ohne Schläger aufzugolfen,
sei der Platz auch noch so weit,
das verstand sie; – eingelocht –
wurde Mutter Elli doch.
Ja, die Mutter Elli
isst Kartoffeln ohne Pelli!
Mutter Elli schluckte Pillen,
die der Doktor ihr verschrieb,
manche davon hatten Rillen
(denn ein Arzt hat Kranke lieb),
mit Risiko und ungeteilt:
Es lebe der Strukturausgleich!
Ja, die Mutter Elli
isst Kartoffeln ohne Pelli!
Mutter Elli kam zum Wanken,
dünner ward sie, Stund’ um Stund’,
denn der Handel und die Banken
lieben jedes harte Pfund;
man hat ihr Insulin gespritzt,
ihr Molzbier auf ein »a« geritzt!
Ja, die Mutter Elli
isst Kartoffeln ohne Pelli!
Mutter Elli leidet Schmerzen,
denn man brach ihr Arm und Bein,
hat viel Kummer mit dem Herzen,
denn es zählte nur der Schein:
Man deportierte sie in’s Heim;
wird sie dort denn glücklich sein?
Ja, die Mutter Elli
isst Kartoffeln ohne Pelli!
Die Betreuung, die des Lesens
leider gar nicht mächtig war,
steckte an den Stil des Besens
die Betreuungsvollmacht, ja,
die der Tochter sie geraubt,
ist denn so etwas erlaubt?
Ja, die Mutter Elli
isst Kartoffeln ohne Pelli!
Ach, was vorher der Dienst der Pflege
an Schlüsseln hatte ihr geklaut,
das schob man auf der Zeiten Hege;
die Kasse war auf Sand gebaut,
dem Amtsgericht ein Klotz am Bein,
wer balzet, kann nicht glücklich sein!
Ja, die Mutter Elli
isst Kartoffeln ohne Pelli!
Was ist die Ethik dieser Zeilen?
Ersatzteillager helfen heilen?
Deine Tochter wird dich suchen,
bis an’s Ende dieser Welt,
und die Schuldigen verfluchen
wird der Sterne Freudenzelt!
(06ster Juli 2017)
„Alles das, was zählt: Die Elegie um Mutter Elli ..." ist ein Gedicht aus der Kategorie
Muttertagsgedichte
von Manuela Nickel, veröffentlicht am 6. Juli 2017 auf Gedichtesammlung.net.
© Manuela Nickel
Kommentare
Noch keine Kommentare — schreibe den ersten!