Zwischen Licht und Dunkel
Ich war stolz auf meinen Trabi
Ich hatte früher einen Trabant,
der schaukelte mich durch´s ganze Land.
Stolz war der, der ihn einst fuhr,
er war robust und hielt die Spur.
Die Preise und die Wartezeiten,
naja, darüber kann man streiten,
aber sonst war er in aller Munde
der DDR-Mercedes in der Runde.
Von manchen wurde er belacht,
man hat sich lustig über ihn gemacht.
Teile konnte man nicht kaufen,
dafür mußte man weit laufen.
Wenn der Keilriemen runter sprang,
half die Schwiegermutter "Gott sei Dank",
oder auch dein liebster Schatz
mit einem Strumpfhosen-Ersatz.
Beziehungen war´n sehr viel wert,
damit der Trabi gut verkehrt.
Er wär in unseren heutigen Tagen,
ein ostdeutscher Paradewagen.
Heckscheiben-Heizung war damals auch schon aktuell,
ich war begeistert bis über beide Ohren,
so sind, wenn du im Winter schieben mußtest,
nicht die Hände eingefroren.
Später kam die Wendezeit,
viele stiegen vom Erst-Klasse Trabi
auf Zweit-Klasse Westmodelle um.
Doch ich war stolz auf meinen Trabi,
der machte lange noch "Brumm Brumm".
„Ich war stolz auf meinen Trabi" ist ein Gedicht aus der Kategorie Lustige Gedichte von Jens Gottschall, veröffentlicht am 21. Oktober 2026 auf Gedichtesammlung.net.
© Jens Gottschall
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