Um Weihnachten, vor langer Zeit,
schlief ein gieriger Wilderer in seiner Baude,
umgeben von Bergwäldern weit und breit,
bis er erwachte von nie gehörtem Laute.

Sie waren schrecklich anzuhören,
wohliges Kaminfeuer züngelte dahin,
der kalte Wind ließ sich davon nicht stören,
zum Schnaufen erklangen tierische Stimmen.

Äste knirschten, durch Schritte, schwer,
Mondlicht blinzelte ins Hütten-Fenster,
Silhouetten-Schatten tanzten hin und her,
wie riesig- wankende Gespenster.

Plötzlich Stille, selbst der Wind verharrte,
qualmend erlosch im Kamin das Feuer,
bis es über ihm, laut scharrend, knarrte,
dem Fallensteller war’s nicht geheuer.

Immer dumpfer klang Deckes-Wallen,
es knarzte, Staub füllte den Raum,
Geräusche, wie von wütenden Krallen,
erst jetzt merkte er, dies war kein Traum.

Schnell lief er zur Tür um nachzuschauen,
doch sie ließ sich nicht mehr bewegen,
dann, so Rauschen, unbekanntes Grauen,
als würde etwas um die Hütte fegen.

Schleifendes Zischen konnte man hören,
wie von einer langen Schlangen-Kreatur,
dazu grummelnde Tierlaute in Chören,
unheimlich-gruselig, was war das nur?

Auf einmal drang Scheppern aus dem Kamin,
seine aufgestellten Fallen fielen heraus,
nun versuchte er durchs Fenster zu flieh ‘n,
doch es wurde zu Eis, verschloss das Haus.

Blut-hungrige Augen schielten durchs Dach,
mit grinsenden Mäulern, tierischer Freude,
dann ein höllisch-schmatzender Krach,
in der Falle leckere Weihnachtsbeute.

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