Breesenhof im Winter

 

Der Weg, den wir so oft lang gingen

ist hoch von Schnee beladen.

Vom Dach des Köhlerhauses hingen

Frostzapfen in der Graden

bläulich funkelnd tief hinab.

 

Wir brachen sie.

Das Knacken schallt

weit über´s Dorf hinaus.

Und sind im Warmen auch schon bald

in unser´m kleinen Haus.

 

Vom Tee den Kandis aufgespart,

belohnten wir die Pferde,

die auf eigne, stille Art

im Dunkel vor dem Fenster standen,

in Schnee und auf gefrorner Erde…

 

2.

Nun steh auch ich verschwiegen hier

auf Schnee und kalter Erde –

das unerhörte Flehn in mir,

daß es wie einstmals werde.

 

Kein Haus.

Kein Weg dahin.

Kein Pferd.

Doch schon – nur seh ich´s nicht.

Mit dir nur war all das von Wert,

was funkelt auch bei Mondeslicht.

 

Dies ist solch eine Winternacht,

wenn schwer der Schnee auf Gräber kracht.

 

 

Gedicht & Bild: (c) Ralph Bruse

 

 

 

 

 


 

44+

Autoren denen dieses Gedicht gefällt:

  • avatar
  • avatar
  • avatar
  • avatar
  • avatar