Sehnsucht



Wenn Großvater erzählt



"In unserer Wohnung war es kalt,
die Möbel waren schlicht und alt.
Wir waren arm, das Geld war knapp,
- so dass es keinen Luxus gab.

Die Garderobe kam aus der Kleiderkammer,
bei den Kindern gab es oft Gejammer,
manches war zu groß, einiges zu klein,
doch irgendjemand passte hinein.

Wir haben viel geschenkt bekommen,
und haben es ungern angenommen.
Wir lebten sparsam und hatten Sorgen.
Oft wussten wir nicht, was kochen wir morgen.

Im Stadtpark sammelte ich Leergut ein,
dann gabs manchmal `nen Extraschein.
Das Geld war nur für den Notfall da,
damit ich auch gewabnet war.

Für Hobbys fehlte mir schlicht das Geld,
ich wanderte, was das Schuhzeug hält.
Neue Schuhe konnte ich mir nicht holen,
der Schuster musste sie  besohlen.

Die Hosen wurden stets geflickt,
die Socken waren handgestrickt,
Wäsche musste man rubbeln und kochen,
drum schmerzten Oma oft die Knochen.

Die Weihnachtszeit war besonders hart,
jede Mark wurde fürs Fest gespart,
es wurde gebastelt, gesägt und gemalt,
damit der Kinderherz erstrahlt.

Heilig-Abend, wenn das Christkind kam,
war die Stube kuschlig warm.
Dann wurden die Kerzen angesteckt
und der Tisch festlich gedeckt.

Es roch nach Tannengrün und Bienenwachs.
Kannst du dich noch erinnern Max?"
Vater nickt: "Bei aller Bescheidenheit,
war es doch eine schöne Zeit."

Gelesen: 87   
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AUTOR:

Liebe Freunde der Poesie,
Schreiben, Malen und Fotografieren sind drei meiner vielen Hobbys. In diesem Forum könnt ihr über 400 Gedichte von mir lesen. Ich schreibe über Geschehnisse im Alltag, über Urlaubserinnerungen und hoffe mit Denkanstößen aufrütteln zu können. Wenn ihr etwas tiefer in meine Welt eintauchen möchtet, besucht mich auf meiner Homepage.



Mit lieben Grüßen, Gudrun Nagel-Wiemer


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5 KOMMENTARE



13. Dezember 2018 @ 16:26

Schöne Erinnerungen, Gudrun.
Es war alles spannender und wir waren bescheiden, weil es nichts gab. Von wegen Diesel Jeans unterm Christbaum...

LG Ingrid


12. Dezember 2018 @ 10:43

Hallo Ewald, es ist schon merkwürdig, wie sich das Leben in 60 Jahren verändert hat. Früher sind wir mit dem Pferdeschlitten auf verschneiten Straßen gefahren. Ein Auto hatten nur Geschäftsleute. Heute finden wir kaum einen Parkplatz. Bestellt wird vorwiegend im Internet. Wie schön war es - vor Weihnachten, als wir an Mutters Hand durch die Straßen der Stadt geschlendert sind und uns die Nasen am Schaufenstern platt gedrückt haben. Wir hatten noch Zeit und das Wort "Stress" gab es noch gar nicht. Das waren noch friedvolle Weihnachten mit Hausmusik. LG und eine schöne Weihnachtszeit.


12. Dezember 2018 @ 08:59

Hallo Gudrun!
Das schöne Gedicht könnte auch von mir geschrieben worden sein.
Aber einen Vater gab es bei uns nicht.Meine Mutter hat sich als Witwe mit drei Kinder durchgebissen.
Weihnachten war mehr als bescheiden aber trotzdem schön.Vielleicht was es damals trotz allem schöner als heute.
LG
Ewald


11. Dezember 2018 @ 19:26

Liebe Hanni, diese Geschichten kenne ich von den Großeltern, habe nicht Hunger leiden müssen, aber ich kenne noch die selbst gebastelten Dinge aus den dürren Jahren.
Auch Dir ein schönes Weihnachtsfest im Kreise deiner Lieben. LG Gudrun


11. Dezember 2018 @ 18:44

Hallo Gudrun, Dein schönes Gedicht hat mich sehr an die Nachkriegszeit erinnert, da waren die Menschen bescheidener als heute. Es hat mich in meine Kindheit zurück versetzt. An Weihnachten hat man sich als Kind über das kleinste Geschenk gefreut. Eine schöne Adventszeit und liebe Grüße Hanni



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